Sicher am Berg unterwegs
Tipps für die alpine Sicherheit im Großarltal
Ob beim Wandern, Mountainbiken, Klettern oder Bergsteigen: Wer im Großarltal in den Bergen unterwegs ist, erlebt beeindruckende Natur und einzigartige Bergerlebnisse. Damit Ihr Tag am Berg nicht nur schön, sondern auch sicher verläuft, sind eine gute Vorbereitung, die passende Tourenwahl, die richtige Ausrüstung und umsichtiges Verhalten besonders wichtig. Eine sorgfältige Planung hilft dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen, Wetter und Verhältnisse richtig einzuschätzen und die eigenen Fähigkeiten realistisch zu berücksichtigen. So schaffen Sie die beste Grundlage, um Ihre Zeit in den Bergen des Großarltals sicher und gut vorbereitet zu genießen.

Sicherheit am Berg beginnt nicht erst am Wanderweg, sondern schon bei der Planung. Gerade in einer alpinen Region wie dem Großarltal ist es wichtig, Touren bewusst auszuwählen, genügend Zeit einzuplanen und auf die eigenen Kräfte zu achten. Distanz, Höhenmeter und Schwierigkeitsgrad sollten immer zur persönlichen Fitness passen. Ebenso wichtig sind Wettervorhersage, aktuelle Wegverhältnisse, passende Ausrüstung und ausreichend Pausen. Zeitdruck ist beim Wandern fehl am Platz. Besonders beim Abstieg können Müdigkeit, nachlassende Konzentration und unbedachte Schritte zum Risiko werden.
Dos am Berg
was zu einer sicheren Wanderung dazugehört
Wer aufmerksam und rücksichtsvoll unterwegs ist, trägt viel zur eigenen Sicherheit und zum Schutz der Natur bei.
- Bleiben Sie auf den markierten Wegen.
- Nehmen Sie Ihren Müll wieder mit und hinterlassen Sie die Natur so, wie Sie sie vorgefunden haben.
- Packen Sie ausreichend Wasser und Proviant für die gesamte Wanderung ein.
- Prüfen Sie vor jeder Tour die Wettervorhersage genau.
- Planen und kennen Sie Ihre Route, bevor Sie losgehen.
- Brechen Sie eine Tour lieber ab, wenn die Bedingungen schlecht sind oder die Kräfte nachlassen.
- Achten Sie bewusst auf Ihre Schritte, denn Stolpern und Ausrutschen gehören zu den häufigsten Unfallursachen am Berg.
- Halten Sie Abstand zu Weide- und Wildtieren.
- Führen Sie Hunde immer an der Leine.
Don’ts am Berg
was Sie vermeiden sollten
Ebenso wichtig ist, was am Berg besser unterlassen werden sollte.
- Werden Sie nicht übermütig.
- Treten Sie keine Steine los und warnen Sie andere, falls es doch passiert.
- Pflücken oder beschädigen Sie keine geschützten Pflanzen.
- Stören Sie keine Wildtiere in ihren Schutzzonen.
- Verwenden Sie keine Drohnen in Schutzzonen.
- Wandern Sie möglichst nicht alleine. Gemeinsam unterwegs zu sein ist sicherer.



Die richtige Tourenwahl
ehrlich einschätzen, passend entscheiden
Nicht jede Wanderung passt zu jeder Person. Eine ehrliche Selbsteinschätzung ist der Schlüssel zu einer sicheren und genussvollen Tour. Vor allem Wander-Einsteiger sollten sich vorab fragen, ob Kondition, Erfahrung und Ausrüstung wirklich zu den Anforderungen der geplanten Route passen. Entscheidend sind dabei unter anderem:
- eigene Kondition und körperliche Fitness
- Höhenmeter, Distanz und geplante Gehzeit
- aktuelle Verhältnisse vor Ort
- Wettervorhersage
- richtige Ausrüstung
- Erfahrung im Lesen von Wegmarkierungen und Wanderkarten
- realistischer Zeitplan mit Rückweg und Dämmerung
- Trittsicherheit und Schwindelfreiheit
Wenn Sie bei mehreren Punkten unsicher sind, ist eine leichtere Route die bessere Wahl.
Auf unserer Webseite finden Sie viele verschiedene Tourenvorschläge aus dem Großarltal mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad.

Für eine sichere Tourenwahl hilft auch ein Blick auf die Schwierigkeit der Wege im Großarltal:
- Einfache Wege (blau): Spazierwege und einfache Wanderwege, vor allem im Talbereich, mit nur geringen Höhenunterschieden.
- Mittelschwere Wege (rot): Vorwiegend Bergwanderwege, teils auch schmalere und abschüssige Abschnitte. Im Wegverlauf können steilere Passagen vorkommen. Stellenweise ist Schwindelfreiheit erforderlich. Knöchelhohe Wander-, Trekking- oder Bergschuhe mit Profilsohle sind notwendig.
- Schwere Wege (schwarz): Anspruchsvolle Bergwanderwege und Alpinsteige mit oft schmalen und steilen Passagen. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind unbedingt erforderlich. Bei Nässe, Restschnee oder Vereisung ist das Begehen besonders gefährlich.
Sorgfältige Routenplanung
Sicherheit beginnt vor dem Start
Eine gute Routenplanung hilft, Risiken frühzeitig zu erkennen und die Wanderung realistisch einzuschätzen. Beachten Sie bei der Planung folgende Punkte:
- Distanz, Höhenmeter und Schwierigkeitsgrad
- Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke
- aktuelle Wettervorhersage
- Zustand des Weges und mögliche Altschneefelder in höheren Lagen
- ausreichende Zeitreserven
- Pausen für Kraft und Konzentration
- passendes Tempo entsprechend Gelände und Kondition
Besonders hervorgehoben wird, dass Müdigkeit die Konzentration beeinträchtigen kann und gerade beim Abstieg Koordination und Reaktionsschnelligkeit nachlassen. Deshalb gilt: Lieber eine Pause mehr einlegen und ohne Zeitdruck unterwegs sein.

Mit dem Frühlingsbeginn startet die Wandersaison. In höheren Lagen können jedoch bis in den Sommer hinein Altschneefelder liegen. Diese hartgefrorenen Schneefelder sind oft rutschig und führen immer wieder zu Unfällen.
Achten Sie auf die aktuellen Verhältnisse und unterschätzen Sie Altschneefelder nicht. Warnzeichen sind vor allem eine harte, glatte Oberfläche, starkes Gefälle und fehlende Spuren. Solide Wanderschuhe sind am Berg immer ein Muss, zusätzliche Spikes können mehr Halt geben.
Grundsätzlich gilt: Umdrehen ist keine Schande. Wenn ein steiles Altschneefeld über den Weg führt, kann das sehr gefährlich werden.
Die richtige Ausrüstung
Gut ausgerüstet im Großarltal unterwegs
Die richtige Ausrüstung kann entscheidend dafür sein, ob eine Wanderung angenehm und sicher verläuft. Empfohlen werden atmungsaktive Kleidung und der Zwiebellook, damit Sie auf wechselnde Bedingungen gut reagieren können. Auch Kopfbedeckung, Regenschutz, Kleidung zum Wechseln und Warmhalten sowie Sonnenbrille und Sonnencreme gehören zur Grundausstattung.
Passende Kleidung und Schuhe
- atmungsaktive Kleidung
- Zwiebellook
- Kopfbedeckung
- Regen-, Kälte- und Sonnenschutz
- feste Wanderschuhe mit guter Passform
- rutschfeste Sohlen und gutes Profil
- bei steilerem Gelände knöchelhohe Wanderschuhe
Must-haves im Rucksack
- Erste-Hilfe-Paket
- Mobiltelefon
- ausreichend Wasser
- Proviant & Getränke
- Sonnenbrille und Sonnencreme
- Wechselkleidung
- Ausweis & E-Card
- Bargeld
- Taschentücher
- Taschenmesser
- Stirnlampe
- Wanderstöcke
- Müllsack
- Karte oder GPS-Gerät
- Medikamente bei Bedarf



Alpiner Notfall
was im Ernstfall zählt
Kommt es zu einem alpinen Notfall, ist es wichtig, ruhig zu bleiben und den Notruf zu wählen.
Wichtige Notrufnummern sind:
- 140 – Bergrettung
- 112 – Euro-Notruf
- 133 – Polizei
- 144 – Rettung
Wichtig ist außerdem:
- alle Fragen zu Unfallort, Anzahl der Verletzten und Unfallhergang beantworten
- den Anweisungen folgen
- am Telefon bleiben und eine Rückrufnummer bekanntgeben
Kein Empfang: Was tun?
Wenn kein Empfang vorhanden ist, schalten Sie das Handy aus und geben Sie anstelle des PIN-Codes sofort die 112 (Europäischer Notruf) ein oder drücken Sie die SOS-Taste. Der Euro-Notruf funktioniert unabhängig vom Netzbetreiber. Funktioniert das Handy nach dem Aus- und Einschalten immer noch nicht, dann wechseln Sie den Standort und wählen in regelmäßigen Abständen erneut die 112. Sollte auch das nicht helfen, peilen Sie die nächste Alpin-Unfallmeldestelle (z.B.: Hütte, Liftstation) an und wählen weiterhin 112.
Das alpine Notsignal
Ist kein Notruf möglich, kommt das alpine Notsignal zum Einsatz:
- sechs hör- oder sichtbare Signale in einer Minute
- eine Minute Pause
- danach wieder sechs Signale
Wenn Sie einen Hilferuf wahrnehmen, gilt:
- sofort die Rettungskräfte verständigen
- den Ort des wahrgenommenen Signals möglichst genau beschreiben
- als Antwort drei Signale geben
- eine Minute Pause
- danach wieder drei Signale
BergMate
ergänzende Sicherheitsunterstützung am Berg
BergMate ist die innovative Sicherheits-App für Bergsteiger, Wanderer und Outdoor-Begeisterte in Österreich. Mit modernster Technologie und einem durchdachten Notfallsystem trägt BergMate dazu bei, dass Sie auf jeder Tour sicher unterwegs sind – von der Planung bis zur sicheren Rückkehr. Die App vereint Echtzeit-Standortverfolgung, automatische Notfallbenachrichtigungen und umfassende Tourenplanung in einer benutzerfreundlichen Oberfläche. Ein besonderer Vorteil besteht darin, dass die Sicherheitskette auch dann aufrechterhalten wird, wenn der Handyakku leer oder das Smartphone beschädigt ist, da die zuletzt übermittelte Position bereits serverseitig gespeichert wurde.
Kernfunktionen von der App BergMate:
- GPS-Tracking (5-10 Metern Genauigkeit)
- Automatische Alarmierung
- Notfall-Portal für Rettung
- Offline-Funktionalität
- Mobilfunk-Abdeckungskarte
- Echtzeit-Wetterwarnungen
- Gewitter-Warnung (2h Vorlauf)
- Notfallhandbuch offline
- Foto-Dokumentation der Tour
FAQs - häufige Fragen
zu Ihrer Sicherheit am Berg
Wählen Sie Ihre Tour immer passend zu Kondition, Erfahrung, Trittsicherheit und Ausrüstung. Achten Sie außerdem auf Distanz, Höhenmeter, Gehzeit, Wetter und aktuelle Verhältnisse. Wenn Sie unsicher sind, ist eine leichtere Route die bessere Wahl.
Blaue Wege sind einfach und meist im Talbereich, rote Wege sind mittelschwere Bergwanderwege mit teils steileren oder schmaleren Abschnitten, schwarze Wege sind anspruchsvoll und setzen Trittsicherheit sowie Schwindelfreiheit voraus. Bei Nässe, Restschnee oder Vereisung sind schwere Wege besonders gefährlich. Auf den Wanderwegtafeln finden Sie die Punkte in der entsprechenden Farbe.
Eine gute Planung hilft, Risiken frühzeitig zu erkennen. Wichtig sind Distanz, Höhenmeter, Schwierigkeitsgrad, Wetter, Wegzustand, mögliche Altschneefelder, Einkehrmöglichkeiten und genügend Zeitreserven. Gerade beim Abstieg steigt das Risiko durch Müdigkeit und nachlassende Konzentration.
Empfohlen werden atmungsaktive Kleidung im Zwiebellook, Regen-, Kälte- und Sonnenschutz, feste Wanderschuhe mit gutem Profil sowie ein Rucksack mit Wasser, Proviant, Erste-Hilfe-Paket, Mobiltelefon, Ausweis, E-Card, Stirnlampe, Karte oder GPS und bei Bedarf Medikamenten.
Für einfache Wege sind gut sitzende Wanderschuhe mit rutschfester Sohle wichtig. In steilerem Gelände und auf mittelschweren bis schweren Wegen sind knöchelhohe Wander- oder Bergschuhe besonders empfehlenswert beziehungsweise notwendig.
Ja, unbedingt. Vor jeder Tour sollte die Wettervorhersage genau geprüft werden, da Wetter und Verhältnisse in alpinem Gelände schnell umschlagen können. Schlechte Bedingungen sind ein klarer Grund, eine Tour abzubrechen oder gar nicht erst zu starten.
Für die eigene Sicherheit und zum Schutz der Natur sollten Sie auf den markierten Wegen bleiben. Das reduziert Unfallrisiken und hilft, sensible Lebensräume zu schützen.
Halten Sie Abstand zu Weide- und Wildtieren und führen Sie Hunde immer an der Leine. Wildtiere sollten nicht gestört und Schutzzonen unbedingt respektiert werden. Erfahren Sie mehr über den richtigen Umgang mit Weidevieh.
Grundsätzlich ist das Fliegen mit Drohnen im Großarltal erlaubt. Jedoch sind Drohne in Schutzzonen nicht erlaubt. Auch der Schutz von Wildtieren und der Natur hat hier Vorrang.
Brechen Sie die Tour lieber rechtzeitig ab, wenn die Kräfte nachlassen, das Wetter schlechter wird oder Unsicherheit entsteht. Zeitdruck und Übermut gehören zu den häufigsten Ursachen für gefährliche Situationen am Berg.
Im Notfall gelten diese Nummern: 140 für die Bergrettung, 112 als Euro-Notruf, 144 für die Rettung und 133 für die Polizei. Wichtig ist, ruhig zu bleiben, Fragen zum Unfallort und Hergang zu beantworten und eine Rückrufnummer anzugeben.
Schalten Sie das Handy aus und wieder ein und versuchen Sie danach sofort die 112 oder die SOS-Funktion zu wählen. Der Euro-Notruf funktioniert unabhängig vom Netzbetreiber. Falls das nicht klappt, wechseln Sie den Standort und versuchen Sie es erneut oder suchen Sie eine Hütte beziehungsweise Liftstation auf.
Wenn kein Notruf möglich ist, senden Sie sechs hör- oder sichtbare Signale pro Minute, dann eine Minute Pause, danach wiederholen Sie das Signal. Als Antwort auf einen Hilferuf gelten drei Signale pro Minute, dann eine Minute Pause.
Alleine unterwegs zu sein ist grundsätzlich riskanter. Wir empfehlen, möglichst nicht alleine zu wandern, da man gemeinsam in Problemsituationen besser reagieren kann.
Ja, es gibt die BergMate App. Die App zeichnet die Route per GPS auf und kann im Notfall bis zu drei Kontakte informieren. Zusätzlich werden Funktionen wie Wetterwarnungen, Mobilfunk-Karte, Berghütten-Finder und ein offline verfügbares Notfallhandbuch beschrieben.







