Muas und Almbutter
einfacher Genuss aus der Almküche 🧈
31. Juli 2026
Es zischt leise in der Pfanne. Der nach Duft warmer Butter breitet sich in der Almküche aus, während das Muas langsam seine goldbraune Farbe annimmt. Immer wieder wird es gewendet und in kleine Stücke geteilt. Außen leicht angeröstet und innen schön weich.
Das Muas erinnert an eine Zeit, in der das Essen vor allem einfach, sättigend und kräftigend sein musste. Bis heute gehört es zur traditionellen Almküche im Großarltal.
Was ist eigentlich ein Muas?
Ein Muas ist ein traditionelles Gericht aus Mehl, Wasser, Salz und Butter. Das Mehl wird mit Salz vermischt und mit heißem Wasser aufgegossen. Die daraus entstehende Masse kommt anschließend in die Pfanne, wo sie in viel Butter gebraten und nach und nach zerteilt wird.
Früher war das Muas im Alltag vieler Menschen eine beliebte Mahlzeit. Es war unkompliziert zuzubereiten, sättigte lange und gab Kraft für die körperliche Arbeit.
Neben dem klassischen Muas gibt es auch fruchtige Varianten zum Beispiel mit Kirschen, Schwarzbeeren oder Äpfeln.
➡️ Das vollständige Rezept für das Muas gibt es auf unserer Rezeptseite.
Wie schmeckt das Muas am besten?
Direkt aus der Pfanne schmeckt das Muas besonders gut. Manche genießen es ganz klassisch mit etwas Zucker, andere bevorzugen Kirsch-Muas, Schwarzbeer-Muas oder Apfel-Muas. Auch ein Stück Butter, das auf dem noch warmen Gericht schmilzt, darf für viele nicht fehlen.
Wie isst du dein Muas am liebsten? 🍴😍

Beim Muas ist Butter weit mehr als nur das Fett zum Anbraten. Sie sorgt für feine Röstaromen, leicht knusprige Stellen und den besonderen Geschmack des Gerichts.
Besonders gut eignet sich dafür frische Almbutter. Ihre kräftige gelbe Farbe fällt sofort auf und hat einen ganz natürlichen Ursprung.
Warum ist die Butter im Sommer so gelb?
Die Antwort findet sich auf den Almwiesen: Im Sommer fressen die Kühe viel frisches Gras und verschiedene Kräuter. Die artenreichen Wiesen bieten den Tieren eine abwechslungsreiche Futtergrundlage.
Gräser und Kräuter enthalten den natürlichen Pflanzenfarbstoff Beta-Carotin. Man kennt ihn beispielsweise auch von Karotten, denen er ihre typische orange Farbe gibt. Über das Futter gelangt das Beta-Carotin in die Milch beziehungsweise in das darin enthaltene Milchfett. Wenn aus dem Rahm (Sahne) der Milch Butter hergestellt wird, sorgt der Pflanzenfarbstoff für einen kräftigen gelben Ton.
Wie intensiv die Farbe ausfällt, ist ganz unterschiedlich. Sie hängt unter anderem von der Fütterung, der Jahreszeit und der Haltung der Tiere ab. Almbutter aus der Sommermilch ist daher häufig deutlich gelber als Butter aus Zeiten, in denen weniger frisches Grünfutter zur Verfügung steht.
Von der Milch zur fertigen Butter
Nach dem Melken wird aus der Milch der fettreiche Rahm gewonnen. Je nach Herstellungsweise reift dieser zunächst, bevor er weiterverarbeitet wird. Dabei können ausgewählte Bakterienkulturen eingesetzt werden, die das Aroma der Butter mitprägen. Die Herstellungsweise kann sich jedoch von Alm zu Alm und von Hof zu Hof unterscheiden.
Beim eigentlichen Buttern wird der Rahm so lange geschlagen beziehungsweise bewegt, bis sich das Butterfett von der Flüssigkeit trennt. Dabei entstehen Butter und Buttermilch. Die Butter wird anschließend weiterbearbeitet, geknetet und geformt. Danach ist sie bereit für das Brot, die Jause oder eben für ein goldbraun geröstetes Muas.

Als „Model“ wird die meist aus Holz gefertigte Butterform bezeichnet. Blumen, Tiere und andere Motive werden sorgfältig in das Holz geschnitzt. Wird die Butter in den Model gepresst, übernimmt sie das Muster und erhält zugleich die passende Form.
💡 Schon gewusst?
Für ein Stück Butter mit 250 Gramm werden ungefähr 4,5 Liter Milch benötigt.
Dafür braucht es nicht nur eine beachtliche Menge Milch, sondern auch viele Arbeitsschritte – von der Versorgung der Tiere über das Melken bis zur Verarbeitung des Rahms. Die fertige Almbutter verleiht schließlich nicht nur Brot und Jause, sondern auch einem frisch gerösteten Muas seinen besonderen Geschmack.






