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Die Karwoche aus Sicht der Langschläfer

Traditionen und Titel im Großarltal

Tamara Raß

von Tamara Raß

11. März 2026

Traditionen

Wenn du zu den Menschen gehörst, die morgens den Wecker am liebsten gleich zweimal auf Schlummern stellen, dann habe ich schlechte Nachrichten: In der Karwoche wird Langschlafen zur echten Herausforderung.

Denn sonst verschläfst du vielleicht nicht nur liebgewonnene Osterbräuche wie den Palmsonntag oder das Eierfärben, sondern du verpasst auch die letzten perfekten Skitage im Großarltal. In dieser Woche gilt ganz besonders: Der frühe Vogel fängt den Wurm.

Und wer zu spät dran ist, bekommt im Großarltal traditionell gleich nicht so schmeichelhaften Titel verpasst.

Die Langschläfer-Titel der Karwoche

das steckt hinter den Titeln

🌿 Palmsonntag: Der Palmesel
Los geht’s am Palmsonntag. Wer als Letzter aus den Federn kommt, ist der Palmesel.

😴 Montag bis Mittwoch: Ausschlafen erlaubt
Die ersten Tage danach sind zum Glück entspannter. Montag, Dienstag und Mittwoch gelten fast als offizielle Ausschlaftage: also Ferien genießen!

🥚 Gründonnerstag: Ontlasgon
Am Donnerstag wartet der Titel „Ontlasgon“. Was das genau heißt? Kann ich leider auch nicht genau sagen, es gibt keine Übersetzung in die Schriftsprache. „Antlasstag“ ist allerdings die alte Bezeichnung für den Gründonnerstag.

🔔 Karfreitag: Karfreitagratsch
Am Karfreitag folgt die Karfreitagratsch. Wahrscheinlich deshalb, weil ab Gründonnerstag die Kirchenglocken „nach Rom fliegen“ und die Ratschen bis zur Osternacht das Glockenläuten ersetzen.

🐣 Karsamstag: Taflappin
Am Samstag wird’s dann besonders kreativ: Der letzte Aufsteher wird zur Taflappin – eine Mischung aus Taufe und einer nicht ganz so netten Bezeichnung für eine dumme Frau.

Wenn der Papa beim Ölberg- oder beim Leiden-Christi-Singen mitsingt, haben die Kinder zumindest theoretisch eine Chance, am Karfreitag oder Karsamstag keinen Titel abzubekommen. Denn das Singen dauert oft bis nach 4.00 Uhr früh.

🐑 Ostersonntag: Belohnung für Frühaufsteher
Am Ostersonntag dreht sich der Spieß um: Wer als Erster aufsteht, wird zum Osterlamm.
Der Letzte dagegen bekommt den Titel Osterpfla. In manchen Nachbarorten heißt das sogar Osterstinker – du kannst dir also vorstellen, wie beliebt dieser Rang ist.

In Großarl, finde ich, verdient der Osterpfla seinen Namen meistens gar nicht. Schließlich gehört es zum guten Brauch, zur Auferstehungsfeier zu gehen – und die beginnt hier schon um 5.00 Uhr morgens. Das heißt, du musst spätestens um 4.30 Uhr aufstehen, um rechtzeitig in der Kirche zu sein. Langschläfer bis 4.30 Uhr? Darüber lässt sich definitiv streiten. 😉

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