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Habergoaß

Viele von euch haben bestimmt schon mitbekommen, dass in Großarl ein Perchtenverein nach altem Brauch wiedergegründet wurde. Heute möchte ich euch eine Figur von diesem Perchtenverein vorstellen und zwar die Habergeiß, die bei uns „Habergoaß“ genannt wird.

Die Habergoaß ist eine dämonische Sagen- und Spukgestalt, deren Aussehen an eine riesige Ziege erinnert und sie meckert auch wie diese. Die Habergoaß macht aber noch mehr Geräusche: sie lacht wie ein Kobold, schreit wie ein Kauz ruft wie eine Unke. Es wird vermutet, dass sie ursprünglich ein zweigeschlechtliches Fruchtbarkeitswesen darstellte: halb Bock, halb Geiß.

Unter der Habergoaß mit dem großen Ziegenkopf und dem Fell verbergen sich zwei Männer die die Bewegungen der Habergoaß ausführen. Zu ihr gehört der „Goaßtreiber“, der die Aufgabe hat, die fast vier Meter große Figur zu führen. Eine Aufgabe die nicht gerade einfach ist, denn die übermütige, launische Gestalt, mach was sie will und lässt sich kaum bändigen. Es kann schon sein, dass sie plötzlich von einer Straßenseite zur anderen läuft, sich unter die Zuschauer drängt oder unverhofft mit den Hufen ausschlägt.

Die Habergoaß zieht mit den Schiach- und Schönperchten am 21. Dezember (Thomastag) jedes Jahr von Hof zu Hof. Der Perchtenverein Großarl wünscht den Bauersleuten mit dem Spruch „An Fried, an Reim & an Gsund“ (Frieden, Glück und Gesundheit) für das neue Jahr.

Nach alten Überlieferungen taucht die Habergoaß nicht nur am Thomastag auf, sondern auch bei verschiedenen Brauchtumsveranstaltungen. So hat die Habergoaß auch heute bei der Musikantenroas den Großarler Marktplatz unsicher gemacht und überraschte die Besucher. Denn mit ihr hat heute bestimmt niemand gerechnet. Aber so ist die Habergoaß: unberechenbar und immer für eine Überraschung gut. Wir sind schon gespannt, wann sie das nächste Mal auftauchen wird.

Eine Antwort auf Habergoaß

  • Hallo Christiane,
    vielen Dank für diesen spannenden Einblick. Echt lustig, dass sie immer wieder mal auftaucht :). Und ich finde es toll, wenn alte Bräuche wieder zum Leben erweckt werden.
    Lg Barbara

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