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„Schwarzbeeren“ – in jeder Hinsicht ein „Treffer ins Schwarze“…

Wenn Wanderer bei uns in den Bergen des Großarltales stehen bleiben, ihre Hände durch Sträucher streichen, Kinder mit blau gefärbten Händen und Mündern zu sehen sind, dann ist es für mich jedes Jahr der Höhepunkt des Almsommers: es ist die Zeit der „Schwarzbeer-Ernte“!

Korrekt nennt man sie „Heidelbeeren“ (Vaccinium myrtillus). Regional ist die Bezeichnung unterschiedlich: Heidelbeere, Blaubeere, Schwarzbeere, u.a.

Bei uns im Gebirge ist der Begriff in der Mundart „Schwarzbeeren“ oder eigentlich richtig „Schwoschzbee“ geläufig.

Schon in meiner Kindheit war die Vorfreude in den Sommerwochen groß, wenn es hieß: „Bald können wir Schwarzbeeren brocken!“ (pflücken),ein Höhepunkt im Jahresverlauf (Juli-September)!

Sobald die Schwarzbeeren ab Ende Juli im Hochgebirge reif sind, kommen Einheimische  und Gäste alljährlich auch zu uns ins „Bergland“ auf der „Roslehen-Alm“, um die köstlichen Beeren zu sammeln. Die „Schwarzbeer-Stauden“ sind großflächig auf den Almweiden zu finden.

Erinnerungen der Vergangenheit

Immer wenn ich Einheimische mit prall gefüllten Eimern ins Tal gehen sehe, muss ich an die 80er Jahre denken. Da gab es damals in „Unterberg“ das bekannte „Café Edelweiß“. Die damalige Chefin Anna Hettegger (heute stolze Uroma) kam jedes Jahr zu uns hinauf und hat nach meiner damaligen Wahrnehmung unglaubliche Mengen an Schwarzbeeren mit ihrer Familie „gebrockt“. Manchmal hat meine Mutter damals die stattliche „Ernte“ im VW-Käfer ins Tal gefahren. Die Früchte wurden für die köstlichen Torten im Café verarbeitet.
Aus diesem Café in den 80er Jahren hat sich inzwischen ein prachtvolles 5***** Hotel entwickelt. Vielleicht auch mitunter Dank der köstlichen „Schwarzbeertorten“ … ? 🙂

Gegenwart

Als ich vor ungefähr 10 Jahren Anfang August eine Fachfortbildung bei uns im „Berglandhaus“ organisierte, löste das Thema „Schwarzbeeren“ bei den Seminargästen eine derartige Begeisterung aus, dass diese seither jedes Jahr genau um die Zeit in fast identischer Zusammensetzung zu einem Seminar nach Großarl auf die Alm kommen. Das liegt mitunter an der „Faszination der Beeren“ in freier Natur.

Inhaltstoffe

Für uns Menschen sind die Schwarzbeeren ein beliebtes Nahrungsmittel. Man kann sie wie vor Ort beim Pflücken essen, oder in der Küche variantenreich zubereiten. Die Beeren sind unglaublich reich an Inhaltstoffen und Anthocyane. Diese sind sehr wichtige als Antioxidantien mit entzündungshemmender Wirkung.

Bei uns daheim ist ein Frühstück mit Brei und frischen Schwarzbeeren sehr beliebt, weil es eine spürbar positive Wirkung auf die Verdauung und das Wohlbefinden hat. Am besten wäre es, wenn die Beeren täglich mit auf dem Speiseplan stehen. Nicht nur wegen des Geschmacks, sondern auch aus gesundheitlicher Perspektive.

In meiner Praxis ( www.sigurd-berndt.eu ) empfehle ich die Schwarzbeeren als wirksames Antioxidans regelmäßig.

Gewarnt wird allgemein davor, die frischen Beeren ungewaschen zu essen. Es können sich Eier des Fuchsbandwurmes anhaften. Im Großarltal ist allerdings nichts über dessen Vorkommen bekannt. Möglicherweise liegt es an der Höhenlage, dass dieser bisher nicht bis ins Großarltal vorgedrungen ist. Da das „Waschen“ in der aktuellen Zeit ohnedies ein eigenes Thema ist, achte man vorsichtshalber aber lieber trotzdem auf das Waschen der frisch geernteten Beeren.

Ernte

Die heimische „Schwarzbeere“ hat dunkles Fruchtfleisch, was für die starken Verfärbungen verantwortlich ist. In Supermärkten werden hingegen Kulturheidelbeeren angeboten, die nicht von der heimischen Heidelbeere abstammen, sondern von der Amerikanischen Heidelbeere. Diese hat helles Fruchtfleisch und führen zu keinen Verfärbungen im Mund.

Beliebt ist auch die Ernte mit dem sogenannten „Riffel“ (Heidelbeerkamm). Diese Erntemethode ist sehr verlockend, hat aber auch Nachteile: wenn man mit dem Kamm durch die Sträucher streicht, werden auch unreife Früchte und Blätter mit abgegriffen. Ebenso kann man die Pflanze beschädigen. Daher rate ich von dieser Methode eher ab.

Speiseplan

Es gibt eine Vielzahl von köstlichen Gerichten, die sich aus der „Schwarzbeere“ zubereiten lassen. Bei uns daheim sind die sogenannten „Schwarzbeernocken“, die meine Frau und Tochter zubereiten, unerreicht köstlich.

In dem in anderen Beiträgen bereits erwähnten und empfohlenen Buch von Walter Mooslechner aus Großarl „G´sund und Guat“ (ISBN 978-3-7025-0646-9) ist eine Reihe von wunderbaren Rezepten zu finden: die berühmten „Schwarzbeernocken“, „Schwarzbeerkompott“, „Natur-Schwarzbeersaft“, „Schwarzbeermuas“ u.a.

Resümee

Wer die Möglichkeit hat, in der Zeit von Juli-September ins Hochgebirge zu fahren, der sollte dieses Highlight des „Alm-Sommers“ genießen. Diese „schwarzen“ Beeren schmecken köstlich und sind für unsere Gesunderhaltung für Jung und Alt sehr wertvoll. In jeder Hinsicht ein „Treffer ins Schwarze“!

FOTOS: Berndt

„Schwarzbeeren“ – in jeder Hinsicht ein „Treffer ins Schwarze“…
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Eine Antwort auf „Schwarzbeeren“ – in jeder Hinsicht ein „Treffer ins Schwarze“…

  • Hier möchte ich meine Erfahrung dazu geben.

    Der Fuchsbandwurm, ist er tatsächlich so gefährlich? Ich denke nicht, denn: ich bin bereits im fortgeschrittenen Alter und habe seit meiner Kindheit, egal wo, (Bayern, Schwazwald, Österreich, Südtirol) frisch gepflückte und ungewaschene Schwarzbeeren gegessen und hatte bis jetzt nie Anzeichen von irgendwelchen Krankheiten durch Fuchsbandwürmer.
    Zudem hört man aus Fachkreisen, dass mehr als 60% der diagnostizierten Fuchsbandwurmfälle, Hundebandwürmer sind.

    Also aufgepasst, dort wo Hunde laufen.

    LG
    M. Unsöld

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