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„Sonnwendfeuer-Johannisfeuer-Johanniskraut“: von der Dunkelheit ins Licht!“

Sonnwendfeuer im Großarltal am Schuhflicker 2019

Alle Jahre wieder wird der längste Tag des Jahres zur Sonnenwende am 21. Juni vielerorts mit einem „Sonnwendfeuer“ feierlich begangen. Dieses Brauchtum hat eine lange Tradition. 

Was hat das „Sonnwendfeuer“ und „Johannisfeuer“ mit dem „Johanniskraut“ in der Volksheilkunde zu tun?

In diesem Jahr fiel das kalendarische Datum auf den 20. Juni (Schaltjahr), wurde auf Grund der aktuellen Verordnungen und wetterbedingt vielerorts abgesagt. Früher gab es noch ein weiteres bedeutsames Datum: Es ist die Nacht zum 24. Juni, in der zu Ehren der „Johannesnacht“ Feuer entzündet wurden.

Seit jeher hat die Sonne eine lebenserhaltende Bedeutung. Sie ist Taktgeber im Leben und bestimmt zusammen mit dem Mond die Rhythmik des Lebens. Sie steht für Lebenskraft, Wärme, die natürliche Uhr und Weiterentwicklung im Leben.

Auch deshalb pilgern viele Menschen auf die Berge, um zahlreiche „Sonnwendfeuer“ zu entzünden und diese mystische Stimmung des Jahrhunderte alten Brauchtums zu genießen. 

Gerne beobachte ich im Großarl-Tal dieses wunderbare Ereignis, wenn sich in der Dunkelheit nach und nach die Feuer entzünden und die Berggipfel im Dunkel der Nacht „erhellen“. 

Brauchtum

Das Brauchtum galt aber auch zum Schutz der Menschen: Die Feuer sollten dem Glauben nach Dämonen und Krankheiten vom Menschen fernhalten und das Vieh der Bauern schützen. 
Bekannt ist auch der Brauch, dass Paare über das Feuer springen und somit das Glück weiter anhalten möge. 
Vielfach verwendet wurden auch die sogenannten „Johanniskränze“ oder „Johannissträuße“. Am Johannistag, dem Sinnbild für „Licht und Wärme“, erfreut man sich dem leuchtenden Blütenmeer der Johanniskräuter.

Johannestag
Während die „Johannisfeuer“ in der Johannesnacht in der Symbolik für das „Licht Christus“ steht, wird dem Glauben nach all den Pflanzen dieser Zeit eine besondere Heilkraft nach gesagt. 
Am bekanntesten ist z.B. das Johanniskraut in Form von Tee, Tinkturen und Öl.

FOTO: ADOBE STOCK

Johanniskraut
Das Johanniskraut (Hypericum) spielt in der Volks- und Pflanzenheilkunde eine bedeutsame Rolle. Während im Brauchtum die Verehrung dem warmen Erstrahlen des Sonnenlichtes und der Lebensfreude im Vordergrund steht, werden der zu dieser Zeit wachsenden Johanniskräuter in der biologischen Medizin als „Antidepressivum“ verwendet. 
Der Volksmund spricht auch von „Christi Kreuzblut“, „Gottesgnadenkraut“, „Johannesblut“ u.a.
In der Tat kennt man das Johannisöl auch als sehr gutes Wundöl, das Schmerzen lindert und Entzündungen entgegenwirkt. 
In meiner Praxis ( www.sigurd-berndt.eu ) kommen das Johanniskrautöl, Tee oder das homöopathische Hypericum oft zum Einsatz.


Anwendungsarten des Johanniskrautes

Tee: Ein Teelöffel auf 1/4 Liter Wasser, abbrühen und kurz ziehen lassen.

Johannisöl: Die Blüten werden bis zum Hals in eine Glasflasche gefüllt und mit hochwertigem Oliven- oder Leinöl aufgefüllt. Die Flasche stellt man einige Wochen in die Sonne oder Wärme. Das Öl verfärbt sich mit der Zeit rötlich. Dann filtert man das Öl durch ein Baumwolltuch, presst die Rückstände aus und lagert das Öl in einer braunen Flasche. 

FOTO: ADOBE STOCK

Johanniskraut Tinktur: In einem Liter Brandwein setzt man zwei Hände voll Blüten an und lässt die Flasche drei Wochen in der Sonne oder Wärme stehen.

Auch wenn wir in diesem Jahr aus den genannten Gründen die „Sonnwend- und Johannisfeuer“ nur bedingt erleben können, ist die inhaltliche Symbolik um so mehr von Bedeutung. Machen wir uns die Kraft des „Lichtes im Dunkel der Berge“ bewusst, trinken vielleicht einen Johanniskraut-Tee und starten mit Optimismus in die neue Dekade des Sonnenjahres!

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Hinweis
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