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Wie wird der Winter?

Gerade bevor sich der Winter anschickt sich selbst zu outen ist noch schnell Zeit, sich der auf Naturbeobachtung basierenden Wintervorhersage 2018/19 für das Großarltal zu widmen. 

Der obligate Besuch bei meinem Leib-Wetterpropheten Bergbauer Rupert sollte Licht ins Dunkel bringen. Die Vorhersage für den letzten Winter hat er echt gut getroffen (hier klicken). Respekt. Nun aber der Blick auf 2018/19. Nach Rupert’s Wortwahl hört sich das Ergebnis kurz und schmerzlos folgendermaßen an: „nit so rass“. Im Vergleich zu 2017/18 ist gemeint. Das bedeutet, dass der Winter etwas gemäßigter wird als der letzte, sowohl im Hinblick auf Schneefall als auch auf Kälte. Er geht damit von einem durchschnittlichen Winter aus. Zwar ist, wenn „Venus“ der Jahresregent ist – wie derzeit und noch bis März 2019 gültig – üblicherweise mit sehr schneereichen und kalten Wintern zu rechnen. Aber nachdem der letzte Winter sozusagen schon aus dem Vollen geschöpft hat wird sich dieser Effekt für 2018/19 abschwächen.

Bergbauer Rupert mit seinen Söhnen. Er hat auch einen neuen Stall bekommen. Letztes Jahr wurde die Prognose noch im alten Stall in Empfang genommen.

Bergbauer Rupert mit seinen Söhnen. Er hat auch einen neuen Stall bekommen. Letztes Jahr wurde die Prognose noch im alten Stall in Empfang genommen.

Auf meine Frage nach mehr Details meint Rupert, dass es nächste Woche bereits sehr winterlich wird. Und er schwört, dies aufgrund des auffällig hohen Übereinstimmungsgrads nicht der aktuellen Wettervorschau entnommen zu haben. Die Monate Jänner bis März geht es „noand unterschiedlich“ dahin. Diese Prophezeiung hätte ich mir auch fast zugetraut. Rupert präzisiert aber gleich dahingehend, dass es im Jänner wechselnde Wetterphasen gibt, auch einmal warm. Ab dem Maria Lichtmesstag (Anfang Februar) schneit es wieder ergiebiger. Die Wettergestaltung des März würde er ähnlich wie jene vom Jänner sehen. Was es im März etwas zu warm sein wird, sollte sich im April wieder mit winterlich und kalt ins gerade Gegenteil verkehren. Das ist dem Wetter durchaus zuzutrauen, „späte Ostern, langer Winter“ ließ sich in der Vergangenheit immer wieder beobachten. 

Was Rupert auch als im Sinne des Wintertourismus ermutigendes Zeichen wertet ist der Umstand, dass es im Sommer und im Herbst auf unseren Bergen unüblich wenig geschneit hat. Dann sollte für den kommenden Winter sozusagen mehr bleiben. Auch der Lostag Elisabeth (19. 11.) gibt Hoffnung. „Elisabeth sagt an, was der Winter für ein Mann“. Es war frisch und hat leicht geschneit an diesem Tag.

Noch eine wichtige Frage: gibt es heuer grüne Weihnachten, wie von seinem Pinzgauer Gegenstück vorhergesagt? Nein, daran glaubt Rupert nicht, er geht fix von weißen Weihnachten aus. Anschließendes Weihnachtstauwetter würde er allerdings für möglich halten. Noch einmal auf einen gemeinsamen Nenner gebracht geht Rupert’s Prognose also von einem unauffälligen Winter – ausgewogen und von allem etwas – der das Prädikat „durchschnittlich“ verdient, aus.

Etwas umstritten ist die Vorahnung der Königskerze über das kommende Winterwetter. (Foto: Münchner Merkur/Pröhl/A)

Etwas umstritten ist die Vorahnung der Königskerze über das kommende Winterwetter. (Foto: Münchner Merkur/Pröhl/A)

Ich vertraue meinem Leibwetterpropheten fast blind. Eine zweite oder dritte Meinung ist trotzdem nicht schädlich. Was sagt der Experte vom amtlichen Wetter? Ich weiß jetzt nicht ob der Rupert und die Metereologen voneinander wissen, aber ihre Prognosen sind ganz ähnlich. Alexander Ohms von der Wetterdienststelle Salzburg spricht von einem durchschnittlichen Winter im Mittel der letzten 30 Jahre. Und hat auch ein paar dazu passende Bauernregeln parat wie: „Ist der Juli heiß, bringt der Winter Eis“ oder „Ist der Herbst fein, kommt scharfer Winter rein“.

Gerne wird die Pflanzenwelt als Indikator für die Wintervorhersage herangezogen. Wie zum Beispiel die Lärche. Erst wenn die Lärchen ihre letzten Nadeln abgeworfen bleibt der Winter, hieß es immer. Rupert meint aber, das mit den Lärchen wär hinfällig, lohnt sich gar nicht das anzuschauen. Dieses Zeichen stimmt seiner Beobachtung nach schon über ein Jahrzehnt nicht mehr. Ich muss gestehen, dass ich schwer davon abzubringen bin. Die Lärchen haben nämlich gut abgenadelt heuer und das ist wie Wasser auf den Mühlen meiner beruflichen Interessen. Auch die Königskerze ist wieder gut gewachsen, je höher sie ist, desto mehr Schnee kommt. Allerdings hat auch sie ein bereits länger anhaltendes Glaubwürdigkeitsproblem, wie ich in früheren Berichten schon versucht habe zum Besten zu geben. Der Durchhänger hält an – nachstehend hat sie, oder vielleicht auch nur ihr Interpret, erneut zugeschlagen: hier klicken

Was hört man so von der Tierwelt bezüglich kommenden Winterwetters? Fette Rehe wären eine Möglichkeit, bedeuten tiefen Winter. Hab leider keines gesehen, hätte halt doch besser einmal ins Jagdrevier fahren sollen heuer. Nachdem das Revier nicht zu mir gekommen ist. Aber Arbeitskollege Hubert – auch ein Jäger und damit Naturbeobachter – hat mich in diesen spannenden Fragen des Tierverhaltens dankenswerterweise unterstützt. Er hat diese Ader möglicherweise von seinem Vater Hans, den ich in diesem Forum auch schon meine Bewunderung für seine Gabe mehrfach ausdrücken konnte (für einen dieser Artikel hier klicken). Hubert kennt die mir neue Regel mit den Maulwürfen. Bevor diese nicht anfangen ihre „Scherhaufen“ (Maulwurfshügel) aufzuwerfen wird es nicht kalt. Und sie haben gerade jetzt damit begonnen. Deckt sich auch mit dem Wetterbericht für nächste Woche ganz gut und hier bin ich mir doch ganz sicher, dass die den nicht lesen können. Maulwürfe sind nämlich blind 😉 . Ein weiterer Indikator sind die Bienen. Wenn diese viel Honig sammeln soll ein strenger Winter kommen. Nachbar Simon macht mit seinen Bienen vorzüglichen Honig. Und was sagt er zur heurigen Honigernte? „Am Anfang vom Jahr (April, Mai) woas da Wahnsinn, mia hom scho gmoand, wonns so weida geht noand wird’s a Rekordjahr. Aber leida hats im Juni, Juli noand ausglassn… nur mehr wenige Blüten und normal is des de Zeit vom Waldhonig und der woa heia nid. Euso in da Summe es woa durchschnittlich… es woa nid schlecht owa a nid so guad wias scho woa 🤗“. Wahnsinn, wie sich das ins bisherige Gesamtbild einfügt. Sogar das Wort „durchschnittlich“ hat Imker Simon in den Mund genommen. 

Die Lärchen am Saukar am 26. Oktober 2018. Schon gut verfärbt und teilweise abgenadelt. (Fotos: Josef Gruber)

Die Lärchen am Saukar am 26. Oktober 2018. Schon gut verfärbt und teilweise abgenadelt. (Fotos: Josef Gruber)

Alles in allem ist die Vorhersage nicht schlecht. Auffällig ist, dass es kaum Anzeichen gibt, die uns hier die Hoffnung verderben. Das wären etwa entgegen den jahrtausendealten üblichen Gepflogenheit nicht ins Weiße verfärbte Hasen, Hennen, Nagetiere oder dergleichen. Es soll nach all dem vorhin geschilderten zwar kein Jahrhundertwinter kommen, aber zumindest einer der mit dem Durchschnitt mithält. Das genügt vollkommen. Rein theoretisch kann’s jetzt nur mehr am Wetter scheitern. Aber sicherheitshalber haben wir zur Verstärkung auch die Schneekanonen bereits gezückt.

Sollten Sie noch selbst Regeln für das kommende Winterwetter beitragen können, bitte halten Sie sich nicht zurück und bedienen sich unserer Kommentarfunktion.

 

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Wie wird der Winter?
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2 Antworten auf Wie wird der Winter?

  • Wanns am 9.Dezeber schneibt is der Winter nimmer weit.

  • Jedenfalls beim heutigen Servus TV-Wetter sah der Winter im Großarltal traumhaft aus 🙂

    Gruß vom Sepp aus dem völlig unverschneiten Nordoberbayern!

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