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Frau Maschinistin Claudia

Seilbahnunternehmen sind eine überdurchschnittlich stark dominierte Männerbranche. Muss das so sein? Der Großarltal-Blog führte daher mit Claudia Prommegger – Mitarbeiterin der Großarler Bergbahnen – ein Interview über ihre Erfahrungen im Großarltaler Seilbahnunternehmen. Auch mit dem tiefergehenden Gedanken andere Frauen anzuregen, diesem Beispiel zu folgen.

S T E C K B R I E F Name: Claudia Prommegger Geboren: 1970 Beruf: Seilbahnbedienstete, Maschinistin Familienstand: verheiratet, 2 Kinder Lebensmittelpunkt: In der Familie, sehr gerne in der Natur des Großarltales Hobbys: Skifahren, Radfahren Bei den Großarler Bergbahnen seit: August 2017 Tätigkeit am Bild: Streckenrevision an einer Stütze der Panoramabahn Großarltal

S T E C K B R I E F
Name: Claudia Prommegger
Geboren: 1970
Beruf: Seilbahnbedienstete, Maschinistin
Familienstand: verheiratet, 2 Kinder
Lebensmittelpunkt: In der Familie, sehr gerne in der Natur des Großarltales
Hobbys: Skifahren, Radfahren
Bei den Großarler Bergbahnen seit: August 2017
Tätigkeit am Bild: Streckenrevision an einer Stütze der Panoramabahn Großarltal

Claudia, es ist nicht zu übersehen, dass bei den Großarler Bergbahnen im „Außendienst“ vorwiegend Männer die Arbeit verrichten. Was hat Dich bewogen Dich trotzdem zu bewerben?

Mein Sohn Peter absolviert die Seilbahntechnikerlehre in diesem Betrieb. Ich habe gesehen, dass es ihm dabei gut geht. Er hat auch sehr interessante Erzählungen nach Hause gebracht. Das hat mir gefallen. Elisabeth, die Chefkassierin der Bergbahnen, hat mich dann einmal gefragt, ob ich nicht Interesse an einer Kassentätigkeit im Sommer hätte. Ich habe zunehmend Gefallen gefunden an der Idee mich als „Liftlerin“ zu bewerben, aber den ganzen Tag an einem Computer zu sitzen ist nicht meins. Ich will eher „anpacken“. Aufgrund eines Stelleninserats der Bergbahnen habe ich es dann schließlich gewagt,  für eine Teilzeitanstellung 3 Tage in der Woche vorzusprechen, allerdings auch mit der leisen Befürchtung gar nicht ernst genommen zu werden. Die Angst war unbegründet, es hat gut geklappt. Wichtig war mir eine Teilzeitlösung, weil ich noch Kinder zu versorgen habe.

Was sind Deine Tätigkeiten im Seilbahnunternehmen?

Die Aufgaben sind sehr abwechslungsreich. Eigentlich bin ich bei ziemlich allen Tätigkeiten eingesetzt, die mit Seilbahn- oder Liftanlagen zu tun haben. Wenn es schneit, sieht man mich in der Früh auch beim Schneeschaufeln. Ich arbeite an den Liftstationen und gebe den Gästen Hilfestellung. Im Einsatz bin ich bis hin zur Streckenrevision an den Stützen. Es gibt überhaupt eine Vielfalt an interessanten Wartungstätigkeiten. An den Liftanlagen, an den Kabinen usw. Ganz gerne verrichte ich den Dienst an den Kinderliften Fischbacher und Kreuzhöhe. Total interessant war heuer der Seilspleiss bei der 6er Harbachbahn, wo ich ebenso tatkräftig mithalf. Auch bei den Reinigungsarbeiten an Kabinen und Stationen bin ich voll dabei. Aber das machen bei uns natürlich die Männer auch. Irgendwie habe ich auch etwas die Funktion der gute Fee.

Wie geht man mit Aufgaben um, die man mit „schwer“ umschreiben könnte?

Schwere Arbeit, worunter man meist Hebetätigkeit versteht, wird immer im Team erledigt und mit den dazu notwendigen Hilfsmitteln, mit denen unser Unternehmen gut ausgestattet ist. Das ist auch nicht ständig und für eine Frau ebenso gut bewältigbar. Dem Wetter in gewisser Weise ausgesetzt zu sein, macht mir auch nichts. Es gibt funktionelle Arbeitskleidung die vom Betrieb zur Verfügung gestellt wird und im Winter hat man immer wieder Zeit zum Aufwärmen. Ich bin auch nicht der Typ Frau, welche bestimmte Arbeiten als reine Männertätigkeit ansieht, ich probiere einfach alles.

Du hast Dich im heurigen Frühjahr in einem 1wöchigen Kurs sogar zur „Maschinistin“ ausbilden lassen, warum?

Ich war für die Begleitung zum Skikeriki eingeteilt und gut drauf. In diesem Zustand hat mich Felix gefragt ob ich nicht den Maschinistenkurs machen könnte und ich habe dem leichtsinnigerweise zugestimmt. Aber ich bin einfach sehr interessiert am Seilbahnunternehmen und den vielfältigen Techniken. Als ich dann eine ganze Schwarte an Lernunterlagen erhielt und meinte Tochter meinte „So Mam, hiaz magst lerna“ war ich mir von der Richtigkeit der Entscheidung nicht mehr ganz so sicher. Der Kurs war dann auch sehr fordernd. Von 26 Teilnehmern war ich die einzige Frau. Und ich habe bestanden. Dieser Kurs hat mir echt viel an Wissen gebracht und man geht an die tägliche Arbeit auch anders heran. Der Maschinistenkurs ist für die Tätigkeit im Seilbahnunternehmen nun nicht unabdingbar notwendig, aber man erwirbt sich damit die Befähigung für eine Liftanlage die Verantwortung zu übernehmen.

Wie oft hast Du es bereut diesen Berufsweg eingeschlagen zu haben?

Wüsste ich jetzt nicht, es macht mir Spaß.

Was findest Du an Deinem Seilbahnerberuf bei den Großarler Bergbahnen besonders positiv?

Wenn auch einmal etwas misslingen sollte, wird man nicht niedergemacht sondern neu motiviert. Es gibt großen Zuspruch und Unterstützung durch die Kollegen. Es macht mich auch froh, wenn die Kunden zufrieden sind und uns ein positives Feedback zurückgeben. Die Arbeitsverrichtung erfolgt auch ohne ständigen Druck von oben, wichtiger als die Zeit ist die Sorgfalt in der Erledigung. Was den Beruf noch angenehm macht ist der Umstand, dass die Männer so unkompliziert sind. Aber auch gerade heraus, wenn etwas besser gemacht werden sollte. Die Abwechslung schätze ich sehr, den respektvollen Umgang untereinander ohne böse Worte und die Kollegialität. Zusammenhelfen ist überhaupt ein Teil unserer Firmenkultur. Die Großarler Bergbahnen stehen auch für „soziale Verantwortung“, unterstützen die Möglichkeit für ein warmes Mittagessen in der Gastronomie finanziell und bieten in alle Himmelsrichtungen Mannschaftstransporte von/zur Arbeit an – das erspart dem einen oder anderen möglicherweise sogar ein Zweitauto. In der Arbeitseinteilung hat das Unternehmen Flexibilität und ist bereit auf individuelle Bedürfnisse einzugehen. Das ist dann doch ein wichtiges Thema wenn man Kinder hat und familiäre Verpflichtungen nebenbei noch erfüllen muss. Das hatte ich in meiner Berufslaufbahn bisher noch nie in so entgegenkommender Form. Wenn man am Berg eingesetzt ist, so genieße ich die Freiheit und die Weite des Bergs, den Sonnenaufgang, die Natur und in der Früh sehen wir im Skigebiet ab und zu sogar noch das Wild. Das alles bestätigt mich, die richtige Wahl getroffen zu haben.

 

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Frau Maschinistin Claudia
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Eine Antwort auf Frau Maschinistin Claudia

  • Großartig, dass endlich mehr Frauen in diesen Beruf einsteigen! Ich arbeite für die Erwachsenenbildung und hoffe immer wieder, Praktikumsstellen für unsere interessierten, starken und mutigen Frauen zu bekommen. Falls es für Frauen in Handwerk und Technik noch Praktikumsstellen gibt, bitte ich um Kontakt!

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