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Echte Weitwanderer unterwegs im Großarltal

Mal ganz ehrlich: Ab wann ist eine Wanderung für Sie weit? Ab 5 Stunden Gehzeit, ab 10 – 12 Stunden, ab 2 Tagen oder erst wenn sie länger dauert als 1 Woche? Ich habe gestern zwei ganz besondere Weitwanderer getroffen, zwei Burschen, die richtig weit gehen. Sepp Tieber (50, verheiratet, 3 Kinder) und Eamonn Donnelly (49, verheiratet, 3 Kinder) sind gerade unterwegs von Graz nach Keady in Irland, der Heimat von Eamonn.

Ziemlich genau 2.500 Kilometer sind das und das ist schon riiiichtig weit. Gestartet sind die beiden am letzten Sonntag, den 18. Juni 2017 in Graz. In einer Woche haben sie es bis nach Muhr im Lungau geschafft und sind vorgestern bei strömendem Regen aufgestiegen bis zur Sticklerhütte. Von dort hat sie gestern der Weg hinauf geführt auf das Murtörl, über die Nebelkarscharte zum Karteistörl oberhalb des Tappenkarsees und dann entlang des Salzburger Almenweges bis zur Unterwandalm. Rund 30 km Strecke und fast 2.000 Höhenmeter rauf und runter und rauf und runter – und das an nur einem Tag. Ein echter „Hatscher“ wie wir sagen. Aber die Sonne und das herrliche Panorama haben die beiden beflügelt.

Sepp und Eamonn mit Herbert von der Unterwandalm

Gegen 19.00 Uhr habe ich Sepp und Eamonn auf der Unterwandalm getroffen. Müde, hungrig, aber zufrieden über diesen erfolgreichen Tag. Das ist schon ein kühles Bierchen und eine ordentliche Bretteljause wert! Insgesamt haben sie mit Ihren je ca. 10 Kilo schweren Rucksäcken seit ihrem Start in Graz 233 Kilometer und 8.700 Höhenmeter zurückgelegt. Zeit für eine erste Zwischenbilanz, immerhin haben sie bald 10 % des Weges geschafft. Übrigens: Wie es ihnen dabei ergeht, können sie auf ihrem Blog „THE LONG WALK HOME“ nachlesen“.

Sepp Tieber und Eamonn Donnelly mit ihren riesigen Rucksäcken

Diese Jause haben sie sich verdient.

Weiter ging es heute über die Maurachalm nach St. Johann-Alpendorf und über St. Veit nach Dienten am Hochkönig. Dann weiter nach Saalfelden, St. Johann in Tirol, Kufstein, über die schwäbische Alb und den Schwarzwald durch Deutschland bis ins Elsass nach Straßburg. Von dort durch ganz Frankreich, durch England und Wales bis nach Irland und dort angekommen noch bis in den Norden nach Keady, den Heimatort von Eamonn. Die einzigen technischen Hilfsmittel, die sie in Anspruch nehmen wollen, sind die Fähre von Calais nach Dover sowie die Fähre von Wales nach Irland. Sonst alles zu Fuß – also kein Bus, kein Zug, kein E-Bike, nicht mal ein Fahrrad und auch nicht per Anhalter („Autostopp“) oder sonst was. Wenn alles laut Plan läuft, wollen sie spätestens Mitte September am Ziel ankommen.

Aber nicht nur das Gehen steht im Vordergrund. Freilich, das war die ursprüngliche Idee, die erst so verrück klang, dass sie nur als Spaß gedacht war. Und wie halt so oft im Leben wurde dann aus Spaß letztlich Ernst. Und damit die ganze Aktion auch noch eine zusätzliche Komponente erfährt, haben sie ihren „Langen Marsch nach Hause“ auch mit einer karitativen Aktion verknüpft und sammeln Geld für die Demenzforschung.

Auf meine Frage, ob sie denn außer weit zu wandern auch noch was anderes machen erzählen die beiden mit einem Augenzwinkern: Klar wir machen zusammen Musik in unserer Band BOXTY – Irische Musik – und das seit 20 Jahren. Ja und im Brotberuf ist Eamonn Englischlehrer an der FH sowie am Wifi in Graz. Sepp arbeitet beim „Grünen Dienst“ in Graz – das ist sowas wie bei uns der Maschinenring, nur eben nicht am Land sondern abgestimmt auf die Arbeiten in der Stadt. Gärten betreuen, Bäume schneiden, … ein echter Naturbursch halt.

Mein Treffen mit Sepp und Eamonn an der Unterwandalm in Großarl

Übrigens: Wenn sie dann am Ziel ankommen, werden sie nicht nur 2.500 km in den Beinen, sondern auch viele schöne Erlebniss und Begegnungen erfahren haben. Ja und sie werden auch um 1 Jahr gealtert sein. Nicht etwa, weil ihnen diese Tour ein ganzes biologisches Jahr abverlangt. Nein ganz einfach, weil sie beide unterwegs auf ihrem „langen Marsch nach Hause“ ihren 50. bzw. 51 Geburtstag feiern. Na dann wünschen wir mal erfolgreiches Gehen, frohes Feiern und natürlich eine gute Ankunft am Ziel bzw. eine gute Rückkehr nach Hause. Ja und natürlich auch viel Erfolg für eure Spendenaktion.

 

Echte Weitwanderer unterwegs im Großarltal
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Eine Antwort auf Echte Weitwanderer unterwegs im Großarltal

  • Tom, das sind die „geilsten“ G’schichten! Wenn ich so was lese, dann geht bei mir das Herz auf! Ich mag auch deine Art, wie du diese Begegnungen in Worte fasst – wieda amoi a Top Blogbeitrag!! LG Chris – Never stop exploring…

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