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Von „wos sogga“ und „passt scho“

 

Bloggerin Judith S. hat im neuen Ski amadé Blog einen Beitrag über unsere herausragendsten kommunikativen bergvölkischen Eigenheiten gestaltet. Der Artikel ist eine gute Urlaubsvorbereitung und höchst lesenswert, darum haben wir ihn einfach wie folgt übernommen (Danke Ski amadé):

Manche haben den Skiurlaub schon hinter sich, manche fahren erst los, manche warten auf die zweite Runde. Und weil man sich Wartezeit am besten vertreibt, indem man lustige Dinge macht und denkt, hier ein kleiner Alpen-Knigge und ein paar wunderbare „regionalen Wortschmankerl“. Unser „Hoagascht“ (Umgangssprache) ist nicht immer Klartext für fremde Ohren.

1) Im Grunde sind wir über der Baumgrenze alle per DU. Du Bürgermeister, du Sparkassendirektor, du Frau Lehrerin. Natürlich befinden wir uns nicht alle ständig über der Baumgrenze, darum wissen wir natürlich auch, dass es manchmal höflicher ist, doch beim SIE zu bleiben. Auch wenn es den Anschein macht, dass in den Alpentälern alle miteinander verwandt sind und sich duzen, schadet es nicht, dennoch manchmal Stil zu beweisen und einen Wildfremden doch nicht als Blutsbruder zu behandeln.

Wos sogga? Passt scho!

Wos sogga? Passt scho!

2) In der Salzburger Alpengegend hat das Wort „gut“ jede Menge unterschiedlicher Bedeutungen. Von dem einfachen „gut“ über das noch verständliche „lecker“ bis hin zum schon eher unerwarteten „extrem großartig“ – es kommt dabei nur auf die richtige Aussprache und Verwendung an. Ein guter Tag, ist auch ein ebensolcher. Ein „guads Brot“ schmeckt einfach herrlich. Aber wenn etwas dann tatsächlich zu einem richtigen „gutt“ avanciert, wie etwas ein Kleidungsstück, ein Auto oder ein Film, dann erreicht das Attribut seinen Höhepunkt: klasse, extracool. Und noch etwas. „Gutt“ lässt sich ganz normal steigern: gutt, gutter, am guttesten. Na, verwirrt? :)

3) Ähnlich verhält es sich mit dem kleinen Wörtchen „oft“. Kaum zu übermittelnde sprachliche Feinheiten machen dieses Wort zum Tausendsassa der Bergwelt. Hier ein paar Beispiele samt Übersetzung:

Wer is oft des?                                   –>  Wer ist denn das?

Oft haut’s die auf die Papp’n.           –> Manchmal fällt man ungeschickt.

Wie‘s eam oft geht?                           –> Wie es ihm wohl gehen mag?

Oft foa i nid noch Wean.                   –> Häufig fahre ich nicht nach Wien.

Am besten, man versucht sich sein Glück einfach bei einem Eingeborenen und wartet ab, ob er lächelt oder bewundernd zustimmt!

4) Die Verniedlichungsform. Eine ganz große Nummer hier! Aus –chen wir –ei, ist doch klar oder? Aus dem Weizenbierchen wir ein Weizei, aus dem Häschen ein Hasei, aus dem bisschen ein bissei, und aus dem Küsschen ein…. Bussei. Ei, ei, ei, gar nicht so leicht nachzumachen, oder doch?

5) Eine sehr praktische Begrüßungsfloskel ist übrigens „Wos sogga?!“ Frei übersetzt so viel wie What’s up? Die Antwort egal ob gut oder schlecht ist kurz und bündig „passt scho“.

6) Und zum Schluss ein Ausdruck des Unglaubens, der Überraschung, der Verwirrtheit und des Wahnsinns. All diese Momente lassen sich kurz und bündig mit „Geh leck“ kommentieren, wobei das E jeweils in die Länge gezogen wird, um sein Erstaunen noch zu untermalen. Sie blieben bei dichtem Schneetreiben in einer 2 Meter hohen Schneewand stecken und wurden erst von der Feuerwehr befreit? Gehhh leeeeeck, das muss aber kalt gewesen sein.

Happy „Hoagatsching“!

Von „wos sogga“ und „passt scho“
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Eine Antwort auf Von „wos sogga“ und „passt scho“

  • Oft foa i nid noch Wean – heißt soviel wie „Dann fahr ich eben nicht nach Wien!

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