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Herbstzeit = Wanderzeit

Nach dem kurzen Wintereinbruch letzte Woche ist nun vorübergehend wieder ein kleines Zwischenhoch angesagt. Dann nochmals etwas unbeständig und danach soll ein schöner Oktober folgen. So zumindest wurde heute der 14-Tagestrend im ORF verkündet. Hier die Prognose für die nächsten 5 Tage.

Wetter 5-Tagesprognosse auf ORF.at

Wetter 5-Tagesprognosse auf ORF.at

Es ist wohl eine alte Binsenweisheit: Der Herbst gilt als DIE Wanderzeit im Jahreskreis schlechthin. Warum ist das eigentlich so? Es könnte ja genauso gut der Frühsommer mit seiner herrlichen Blumenpracht sein. Hier mal der Versuch einer Erklärung.

-) Es ist nicht mehr so heiß. Die Morgen sind angenehm frisch.
-) Das Wetter ist meist beständiger.
-) Die Gewittergefahr in den Bergen sinkt – das hilft in der Tourenplanung.
-) Die Luft ist kühler und trockener – die Fernsicht ist dadurch nahezu grenzenlos.

Ja und wenn tatsächlich Fernsicht gefragt ist und man ein herrliches Panorama haben will, dann lohnt es sich schon einmal, etwas höher rauf zu gehen. Bei meiner Wanderung vor rund 3 Wochen habe ich mir dazu einen nicht so häufig begangenen Gipfel ausgesucht: Den Glaserer in Hüttschlag (2.434 m). Dass dort nicht so viele Leute hinkommen, hängt wohl einfach mit der Tatsache zusammen, dass der Steig zum Gipfel etwas ausgesetzt und nicht markiert ist. „Oisechnschiach“ / „oischauschiach“ sollte man dabei lieber nicht sein. Was es mit diesem Begriff auf sich hat, können Sie in einem früheren Blogbeitrag von Sepp Gruber nachlesen. Hat wohl was mit Schwindelfreiheit und Höhenangst zu tun :-) .

Ich starte meine Tour auf die Vorderkaseralm (1.719 m) im Bergsteigerdorf Hüttschlag. Sie ist wohl jene Hütte mit dem schönsten hochalpinen Panorama des gesamten Großarltales. Hier sind die vergletscherten Gipfel im Nationalpark Hohen Tauern zum Greifen nahe.

Die Vorderkaseralm - umrahmt von einer hochalpinen Gebirgskulisse

Die Vorderkaseralm – umrahmt von einer hochalpinen Gebirgskulisse

Nach kurzem Plausch mit der Sennerin bei Kaffee und Kuchen gehe ich über freies Gelände hinauf auf den Grat. Dort angekommen ist nach wenigen Minuten der Rosskarkopf (knapp über 2.100m) erreicht. Grandios ist der Panoramablick hier oben. Ein großes Gipfelkreuz trotzt hier Wind und Wetter. Noch! Aber wohl nicht mehr lange. Es sieht schon sehr mitgenommen aus und steht total schief. Den Grat entlang folge ich hinüber zur Rosskarkopfscharte. Eine kurze Schlüsselpassage über einen kleinen Felsabfall hinab ist mittels Seil gesichert. An der Rosskarkopfscharte führt auch der markierte Steig zwischen Reitalm (1.600 m) und Hinderkaseralm bzw. Vorderkaseralm vorbei. Ich kreuze diesen Weg allerdings und gehe am Gratrücken entlang meinem nächsten Ziel – dem Glaserer – entgegen. Immer wieder schöne Ausblicke hinab auf das weite Almkar mit einigen kleinen Lacken tun sich auf.

Mittagsrast am Glaserer

Mittagsrast am Glaserer

Oben am Glaserer treffe ich genau zur Mittagseit einige andere Wanderer. Sie waren einerseits von der Reitalm und andererseits von Bad Gastein kommend aufgestiegen. Rast, Jause, und endloses Panorama: Keeskogel, Mosermandel, Dachstein, Tennen- & Hagengebirge, Hochkönig, Wiesbachhorn, Großglockner, Sonnblick, … – all diese klingenden Berge scheinen zum Greifen nahe.

Die wichtigsten Gipfel v.l.n.r.: Schareck, Sonnblick, Hocharn, Großglockner, Wiesbachhorn

Die wichtigsten Gipfel v.l.n.r.: Schareck, Sonnblick, Hocharn, Großglockner, Wiesbachhorn

Den Abstieg wähle ich nicht zurück am selben Weg – sollten Sie aber (!) – sondern den Grat entlang in Richtung Bärenkogel, 2.406 m („Großer Bär“). Es gibt hier wohl einen schmalen Steig, einzelne Felsabfälle sind aber nicht ganz ohne und mit entsprechender Vorsicht auf Gasteiner Seite zu umgehen. An der Scharte zwischen Glaserer und Großem Bären steige ich ab in das weite Kar, das wir „Weingarten“ nennen (für Bericht von Sepp Gruber über Tour auf den Großen Bären hier klicken). Warum eigentlich „Weingarten“, das weiß ich nicht. Mit Wein hat es wohl nicht wirklich was zu tun. Weite Almflächen, endlos scheinende Geröllfelder, unwirtliche Felsen, etwas weiter unten dann Latschenfelder, erste Lärchenbäume und Almrosen. Auf jeden Fall viel wilde Gegend. Wohl eher die Heimat von Gämse und Murmeltier als von Weinreben und Reblaus. Etwas weiter unten heißt es dann gar „in der Höll“. Da ist mir der Begriff Weingarten dann aber doch lieber. Ich gehe hinab, bis ich auf den alten Steig treffe, der vor vielen Jahrzehnten – wenn nicht gar Jahrhunderten – hier als Reitsteig für die adeligen Jagdherren im Großarltal angelegt wurde. Ich folge dem Steig hinüber zur Hüherkaralm. An der Querung des Grabens ist dann echt nochmals Achtsamkeit angebracht. Die vielen Unwetter der letzten Jahre haben den Graben so richtig „ausgeputzt“ und den Steig komplett weggespült. Stattdessen glatter, nasser Fels. Diesen darf man auf keinen Fall überqueren! Ein Fehltritt könnte hier echt fatal enden. Man muss den Graben großräuig oberhalb umgehen. Sie sollten diese Wanderung keinesfalls alleine bzw. ohne ortskundigen Führer machen. Und überhaupt: Jetzt zur Hirschbrunft, sollte man die Natur in dieser unberührten Landschaft am besten achten und sich selbst überlassen. Der Weitermarsch hinüber zur Hühnerkaralm ist reine Formsache. Hier kommt man etwas oberhalb der Hütte auf den markierten Steig, der herunterführt von der Hühnerkarscharte. An der Hühnerkaralm ist erstmals eine Stärkung angesagt und natürlich ein Plausch mit Sennerin Gitta, die hier heuer ihren 57. Almsommer verbracht hat.

Sennerin Gitta von der Hühnerkaralm - es war heuer ihr 57. Almsommer

Sennerin Gitta von der Hühnerkaralm – es war heuer ihr 57. Almsommer

Es folgt der Abstieg ins Hubalmtal. Geschickt wurde hier der Wanderweg in die mehrmals zu querende Straße eingebunden. Auf dem idyllischen Almsteig erreicht man schließlich die Hub-Grundalm („Hubalm“) 1.311 m, bevor man seine Wanderung mit einem Fußmarsch zurück hinaus ins Bergsteigerdorf Hüttschlag abschließt.

 

 

 

Herbstzeit = Wanderzeit
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Eine Antwort auf Herbstzeit = Wanderzeit

  • Servus Tom!
    Gratuliere zur echt wieder mal wunderbaren „Runde“. Der Glaserer
    steht auch bei mir immer wieder mal in meinem „Repertoire“, bis auf’n Winter, da wartet er noch, um abgehakt zu werden. Liebe Grüße Chris!

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