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„Viecha seiz`n“

„Viecha seiz`n“, ein heimischer Dialektausdruck, ist sicher nicht für alle verständlich. Die Großarltaler wissen, damit ist gemeint, dass die Tiere auf der Alm mit dem notwendigen Salz versorgt werden. Die Tiere, in diesem Fall die Rinder auf Acht- und der Filzmoosalm im schönen Ellmautal im Großarltal, bekommen mehrmals die Woche eine Prise Salz. Pflanzenfresser wie Rinder, Pferde, Schafe und Ziegen nehmen nur wenig Natrium mit der Nahrung auf. Natriumchloridgaben begünstigen jedoch die Eiweißverdauung der Tiere und dienen insgesamt der besseren körperlichen Entwicklung. Sehr wahrscheinlich wird dadurch auch ihr Wohlbefinden gefördert. Auch Vertrauen zwischen dem Halter und den Tieren wird mit der Salzgabe aufgebaut. Es ist nicht immer einfach, alle Rinder, die während der Sommermonate auf die Bergweiden aufgetrieben werden, zu finden. Es kommt immer wieder vor, dass einige abhanden kommen. Entweder gehen sie über die „Grenze“, das heißt zum Nachbarn auf Futtersuche, oder sie sind im weitläufigen Gebiet einfach nicht auffindbar. Auch Schlechtwetter kann das seinige dazu beitragen. Auch Zäune können defekt sein.  Auch können Tiere durch Blitzschlag umkommen. Aufgabe des Almbauern und seiner  Helfer ist es immer wieder, die Zäune zu kontrollieren, wöchentlich mehrmals nachzuschauen und dabei Salz zu geben. Entlaufene Tiere müssen wieder gesucht werden, dies ist oft sehr zeitaufreibend und anstrengend. Der überwiegende Teil der Nordalpen wäre ohne Almwirtschaft bis weit hinauf bewaldet. Das Weidevieh hält die Almflächen waldfrei und fördert damit Pflanzengesellschaften, die ansonsten nur auf Sonderstandorten wie Felsköpfen usw. vorkommen. Wir alle profitieren davon, dadurch wird eine herrliche Landschaft freigehalten, und wir  können diese wunderbare Gebirgslandschaft bei weit ausgedehnten Wanderungen im Tal der Almen mit seinen ca. 40 bewirtschafteten Almen genießen.

 

„Viecha seiz`n“
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