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Gipfelsiege

Spannende Zeit jetzt für Bergsportausübung. Schnee noch ab den mittleren Höhenlagen. Für das Bergradeln mit dem Mountainbiken nicht richtig geeignet, für das Skitourengehen auch nicht mehr. Aber doch: ein Bergliebhaber nimmt auch kleine Hürden in Kauf. Etwa für eine schöne Frühjahrsskitour. Jetzt ist auch die Zeit dazu. Wieso? Ja, die Bergbahn hat geschlossen, und so lange die offen hat, sollte man sein Erspartes für das Erleben der Berge lieber dort ausgeben ;-) (sprach der Seilbahner in mir). Skitouren gibt es bei uns im Tal viele. Im Frühjahr ist etwa der Gamskarkogel (2.467 m) beliebt. Oder der Frauenkogel (2.424 m). Ganz besonders reizvoll ist eine Skitour aber auf die höchste Erhebung in unserem Tal, unserem einzigen Gletscher – dem Keeskogel – in Hüttschlag am Talende des Großarltales. Falls Sie sich nun mit dem Gedanken herumschlagen so eine Skitour zu gehen und nicht zu den Top-Insidern zählen oder mit Lawinensituationen nicht ganz vertraut sind sei gleich gesagt: nehmen Sie sich bitte unbedingt einen einheimischen Bergführer bzw. Begleiter (www.berg-gesund.at).

Der Keeskogel (2.886 m Seehöhe) im Winter war nun auch schon einige Jahre, fast Jahrzehnte, mein Ziel. Mit einer reinen Gehzeit von ca. 5 Stunden ist er ein sauberer Hatscher und damit nicht eine Willens- sondern viel mehr eine Konditionsfrage. Nachdem es mit der Kondi momentan eh nicht so schlecht aussieht – Hochzeiten und diese feuchtfröhlichen Dinge die dann die Fitness wieder in den Keller rasseln lassen kommen erst – haben wir nun das Projekt „Kees“ gestartet. „Wir“, das sind die Simone vom Marketing in Ski amadé, der Bernhard, seines Zeichens unser gewaltiger 1. Skibusfahrer und absolut ortskundiger Bergfex, und ich natürlich.

Wichtig bei Frühjahrsskitouren: sehr früh weggehen. Der Morgen ist einmal die schönste Tageszeit und die Gefahr möglicher Nassschneelawinen steigt im Tagesverlauf – da sollte man dann schon wieder im Tal sein wenn die möglicherweise herunterbrausen. Also 5.15 Uhr Start in Großarl. Fahrt nach Hüttschlag zum Parkplatz beim Talwirt. Ski auf den Rucksack aufbinden. Der Bernhard ist ein Fuchs, wußte gar nicht was mein Rucksack alles kann. Zu Fuß nach hinten in den Talschluss zur „Ötzlhütte“. Im Winter könnte man spätestens hier in die Ski einsteigen. Das spielt‘s jetzt leider nicht mehr, der Schnee hat sich schon um einiges nach oben zurückgezogen. Also noch ca. 45 Minuten Fußmarsch bergwärts. Dann endlich: Schnee. Tourenski anschnallen. Start. Der Bernhard geht vor. Er kennt das Gelände und weiß die beste Strecke. Die Simone nehmen wir in die Mitte, damit sie sicher nicht verloren geht. Wär noch schad drum.

Und dann wär mein gerade erst angehendes Bergerlebnis schon fast gleich wieder zu Ende. Technisches Gebrechen an einem meiner Steigfelle. Aber der Bernhard ist auch in 1. Hilfe geübt und Leukoplast heilt bei uns alles, sogar Probleme mit der Ausrüstung. Leukoplast und „Strohpackschnüre“ gehören überhaupt zur fixen Grundausstattung bei uns in den Bergen, mit denen jede noch so unerwartete Situation gut lösbar ist. Gleichzeitig hat mir der Bern auch Harscheisen verordnet. Diese geben zwar Stabilität beim Stand (gegen zurückrutschen), bremsen aber gleichzeitig bei jedem Schritt. Unter uns gesagt: ich vermute einmal, dass mich die beiden abhängen wollten.

Nun geht es nett kupiert, aber sehr beständig, bergauf. Die Bäume werden weniger, die Kare weiter. Oberhalb der Baumgrenze uneingeschränkter Blick auf die Berge, die hier ziemlich dichtgedrängt in der Gegend herumstehen. Die 11-Uhr-Scharte, die 12-Uhr-Scharte, der Kreuzkogel, Mandlkogel, Plattenkogel, Spielkogel, Karkogel usw. Richtig zum zerkogeln ist es hier herinnen. Das Ziel – auch so einer – ist bereits im Auge, allerdings noch ganz schön weit weg. Der Bernhard begegnet jedoch diesem Umstand in dem er uns ständig auf Zug hält. Wenn man das Gebiet vom Sommer her kennt, dann hüpft man hier ziemlich sinnlos nur mehr von Steinblock zu Steinblock. Im Winter allerdings ist alles schön zugeschneit und es ergibt eine flächenebene, wesentlich besser begehbare Oberflächenstruktur. Nun bin ich glatt froh, dass je höher wir steigen auch der frische Pulverschnee mehr wird. Da geht’s mir noch gar nicht so um’s herunterfahren, sondern einfach darum, dass der Bernhard auch was zu tun hat, nämlich kräftezerrendes Spur machen. Denn sonst blieben seine körperlichen Ressourcen dem Anschein nach eher unangetastet. Auch die Simone geht als wie wenn nichts wäre. Bei so einem Gewicht kommen der Vorwärtsbewegung natürlich auch kleine Aufwinde schon zugute denk ich mir. Während es bei mir in den Oberschenkeln schon etwas zieht und sich im Schuh die erste Blase ankündigt. Aber nur ja nichts anmerken lassen.

Nun kommen wir in den Bereich des ewigen Eises des „Gstößkeesgletschers“, das leider auch hier gar nicht so ewig ist und sich Jahr für Jahr etwas zurückzieht. Wir sind dem Ziel aber schon ziemlich nahe. Und so nach ungefähr 4 Stunden reiner Gehzeit ist nach einer letzten anspruchsvollen Stelle (Vorsicht: Felsquerung, abstürzen nicht erlaubt) das Gipfelkreuz des Keeskogels erreicht. Mit herrlicher Aussicht tief in den Nationalpark Hohe Tauern hinein, zu Ankogel und Hochalmspitze. Ein schönes Gefühl hier heroben zu stehen. Die lange Skiabfahrt hatte dann Pulverschnee oder etwas tiefer unten Firnschnee zu bieten. Beides wird dankend angenommen.

Der Ausklang dann wie immer bei solchen Anlässen durch gastronomische Begleitung, also professioneller Hilfe sozusagen. Für körperliches und seelisches Wohl haben wir vorher selbst gesorgt. Gretl, bald wieder Sennerin in der Kreealm, ist nun in ihrem Hüttschlager Bauernladenstüberl für unser leibliches Wohlbefinden verantwortlich. Was ihr auch fehlerfrei gelungen ist als wunderbar schöner Abschluss eines ebensolchen Skitourenwinters.

Für „technische Daten“ zu dieser und zu weiteren Touren: hier klicken

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