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„Wo man singt, da lass dich ruhig nieder,…

 

…böse Menschen singen keine Lieder.“ So heißt ein altes Sprichwort, dass zu unserem Großarltal wirklich gut passt, denn bei uns wird besonders gern und viel gesungen und musiziert. Es sind vor allem die eher leisen Töne der echten Volksmusik, die es mir persönlich angetan haben. Ich glaub, das liegt auch an meinen mittlerweile fast 40 Lenzen. Früher konnte es mir nicht laut genug sein, ich war Metallica und Guns N’Roses Fan, war bei Biker und Rocker Festivals dabei, wohlgemerkt „war“… Heute tun mir schon die Ohren weh, bei allem was über 60 Dezibel ist, was ungefähr dem Schreien meiner Kinder entspricht. Welch ein Genuss ist es dann, abends zwischen 18:00 Uhr und 20:00 Uhr, wenn die Kinder im Bett sind, auf Radio Salzburg „G’sungen und g’spielt“  zu hören.

Am liebsten hör‘ ich Almlieder, die vom Leben auf der Alm erzählen. Da geht’s oft um Liebe, die manchmal auch unerfüllt bleibt oder auch gefährlich ist. Wer kennt nicht das Lied vom „schönsten Bleamal auf der Welt“, wo der verliebte „Bua“ weit hinauf kraxelt auf eine Felsenwand, um seiner liebsten ein Sträußerl Edelweiß zu pflücken. Das Lied nimmt ein tragisches Ende, denn der „Bua“ stürzt dabei in den Tod, das Sträußerl Edelweiß in der blutigen Hand haltend.

Manche Lieder erzählen auch von den hygienischen Zuständen anno dazu mal. Eins meiner Lieblingslieder ist „Dahoam beim Dianei bleib i’s nit“… Der Sänger will hier ganz und gar nicht bei seiner Liebsten zuhause bleiben, weil es dort zu viele Flöhe gibt. Er geht lieber auf die hohe Alm, wo schöne Hütten stehn.

Und auch die Schönheitsideale waren früher ganz anders als heute. Das Lied vom „Hiatamadl“ erzählt davon, dass der Jüngling lieber ein Mädel aus der Stadt mit dicken Waden zur Freundin hätte und kein „Hiatamadl“, die ja von der vielen Arbeit und dem Viehhüten auf der Alm natürlich keine dicken Waden hat.

Ohne Handy mussten sich die Leute früher etwas einfallen lassen, um miteinander kommunizieren zu können. Deshalb ist der Jodler entstanden. Das Vieh wurde mit einem Jodler angelockt und mittels „Juschroa“, einer kurzen, sehr lauten Form des Jodlers, teilte der „Hiatabua“ der auf der Alm zurück gebliebenen Sennerin mit, dass das Essen auf dem Tisch zu stehen hatte, da er bald mit dem Vieh zurück von der Almweide kam. Oder nach einem eventuellen Techtelmechtel mit dem „Hiatabuam“ von der Nachbaralm, wusste die Sennerin, dass ihr Liebster gut bei seiner Alm angekommen war, nachdem sie eben solchen „Juschroa“ aus der Ferne vernahm.

In den sogenannten „Gstanzln“ erzählte „mann“ sich dann von den Erlebnissen auf der Alm wie folgt:

Zum Thema „Techtelmechtel“:
Hab oamal grad umigjauchzt über die Alm,
jiatz hab‘ i scho wieder die Hebamm‘ zum Zahln.

Zum Thema „Unerfüllte Liebe“:
Mei Dianei hoaßt Res, wonn i’s onschau, schaut’s bös‘,
wann i’s onglong, dann schreit’s. Mit der Res is‘ a Kreiz.

Zum Thema „Seit längerer Zeit schon unerfüllte Liebe und daraus folgenden Rachegelüsten“:
An Sack voller Weiber, Herr verzeih‘ mir die Sünd‘,
und zuabinden und onzünden und zuaschaun, wia’s brinnt.

Es gibt unzählige Anlässe und Feste bei uns im Großarltal, wo man in den Genuss echter Volksmusik kommt. Zu den Höhepunkten gehört sicher die jährliche „Musikantenroas“, die heuer zum 15. Mal stattfindet. Am 20. Juli ist es soweit, da wird bei den Wirten am Dorfplatz von Großarl gesungen und musiziert. Das werde ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Fotos und Eindrücke folgen!

Auf vielen Almen im Tal finden Almfeste statt und fast auf jeder Alm gibt es jemanden, der die „Zugan“ (Ziehharmonika) spielt oder die Almleute singen und jodeln, dass einem warm ums Herz wird.

Um den Musikantennachwuchs müssen wir uns im Tal auch keine Sorgen machen. Das beweisen die vielen jungen und mit vielen Preisen ausgezeichneten Mitglieder der Trachtenmusikkapellen Großarl und Hüttschlag. Es ist ein Vergnügen für Aug‘ und Ohr, einem Konzert der Kapellen zu lauschen. Die Möglichkeit dazu gibt’s immer dienstags um 20:00 Uhr bei einem Konzert der Trachtenmusikkapelle Großarl beim Musikpavillon in Großarl.

Ich glaube, dass die Musik auch einer der Gründe ist, warum es so viele Gäste aus Nah und Fern zu uns ins Tal zieht. Die Herzlichkeit der Menschen im Großarltal ist ehrlich und unverfälscht, und diese Herzlichkeit wird nicht zuletzt in der Musik zum Ausdruck gebracht. Und so möchte ich noch beim Sprichwort von oben anknüpfen, denn bei einer Großarler oder Hüttschlager Sänger- oder Musikantenrunde wird man gleich einmal zum Mitmachen eingeladen, frei nach dem Motto: „Sitz di‘ her, samma mehr!“

Unsere Weisenbläser - Rupert und Max

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Großarler Almg´sang

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Die Grossarler Tanzlmusi

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Jungbauer und Senner Sepp sorgt für Stimmung

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Viel besungen: Das schenste Bleamal auf der Welt, des ist das Edelweiss ...

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Jungmusiker in der Spielpause

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