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Wie wird der Winter?

Eine absolute Beruhigungspille im Hinblick auf die Schneelage des nächsten Winters 2011/12 hat mir mein Wetterorakel Nummer 1, Bergbauer Rupert, heuer bereits im August verschrieben. Möglich, dass ihn sein Wissen um meinen Brotberuf und meiner damit verbundenen Abhängigkeit von ausreichend weiß schon so früh angetrieben hat. Wahrscheinlich auch die Eindeutigkeit der Zeichen muss in veranlasst haben mich mit einer sehr guten Nachricht zu überraschen. Jedenfalls klangen die beim Hinaufgehen über die Kirchgasse zu mir gesprochenen Worte, die ich noch wortwörtlich im Ohr habe, so:

„Schnee bekommen wir heuer schon früh und sehr viel. Narrisch viel! Im Dezember wird es zwar noch einmal etwas wärmer, aber das ist wurscht, weil es eh schon so viel geschnieben hat“. Das ist Musik in den Ohren eines Wintertouristikers! Aber trotzdem, woher diese Zuversicht? „Der Dezember ist das Gleichstück des Juli“ meint Rupert. Und nachdem der Juli von Niederschlägen übersät war, die regenfreien Tage konnte man an einer Hand abzählen, muss auch der Dezember niederschlagsreich, hoffen wir auf Schnee und nicht Regen, werden. Bergbauer Rupert ist ein Experte in der Wetterbeobachtung und auch alle meine anderen „naturwissenschaftlichen“ Wetterinformanten aus dem Großarltal haben mich immer gut beraten (siehe Artikel der letzten Jahre – auf die Jahreszahl klicken – 2009/10 und 2010/11) – Vertrauen ist durchaus angebracht.

Die Großarler Kirchgasse - ein Ort der Tradition, Begegnung und Kommunikation (natürlich spricht man auch über's Wetter). Bild: Fotostudio Gruber - http://www.bilderarchiv.at

Die Großarler Kirchgasse - ein Ort der Tradition, Begegnung und Kommunikation (natürlich spricht man auch über's Wetter). Bild: Fotostudio Gruber - http://www.bilderarchiv.at

Schon einmal eine sehr gute Nachricht jedenfalls. Wie schön die Natur imstande ist zu schneien konnten wir übrigens im September und auch Oktober dieses Jahres schon mehrmals feststellen. Riesige Flocken bedeckten die Almregionen innerhalb kürzester Zeit mit bis zu einem halben Meter Schnee, im Tal hatte es immerhin auch schon 20 cm. Aber der immer wiederkehrende Altweibersommer fegte das Meiste hinweg, was so auch gut ist. In Zusammenhang mit den herbstlichen Schneefällen hat Bergbauer Rupert übrigens, als ich ihn kürzlich – es war wiederum zufällig die Kirchgasse – traf, auch mit einer uralten Mär gleich aufgeräumt. Er tritt der ziemlich verbreiteten Volksmeinung, dass der Herbstschnee dann im kommenden Winter fehlen würde nämlich entgegen. Vielmehr wären diese Schneefälle als „Nachlieferung“ des fehlenden Schnees aus der letzten Wintersaison zu interpretieren. Klingt schlüssig, schließlich hat es im Jahr 2011 so gut wie in jedem Monat geschneit. Jänner, Februar und März ausgenommen, wo einige meinen, dass gerade in diesen Monaten der Schneefall hingehören würde.

Welche weiteren Naturzeichen deuten auf den Winterverlauf hin? „Die Rehe sind heuer schon sehr grau, es kann schon bald kalt werden“ hat Seilbahnerkollege und Jäger Albert herausgefunden. Unser Pistenchef Sepp berichtet, dass die Disteln auf seiner Hutweide ungewöhnlich hoch gewachsen sind, dieses Zeichen deutet auch auf viel Schnee hin. Um sicherzugehen, dass die Riesendisteln nicht quasi als Fata Morgana einem zwanghaften Berufsoptimismus entsprungen sind  – was wär ein Pistenchef den ohne Schnee – habe ich natürlich um Beweise für diese Feststellung ersucht.  Die konnten dann doch nicht erbracht werden, weil die Schneefälle des heurigen Herbstes infolge ihrer Wuchtigkeit bereits alle Disteln umgelegt haben. Aber dieser Umstand sollte eigentlich Bestätigung genug sein.

Willi mit 2 Meter langer Königskerze - Zeichen für tiefen Winter (in diesem Fall vielleicht Zeichen für einen alternativen Christbaum)

Willi mit 2 Meter langer Königskerze - Zeichen für tiefen Winter (in diesem Fall vielleicht Zeichen für einen alternativen Christbaum)

Mein Bruder Willi, Hirter der Karseggalm, hat mir dafür ein Beweisfoto von einem weiteren Winterpropheten im Pflanzenkleid, einer Königskerze (mundartlich „Himmibrandstingl“) zukommen lassen. Die Königskerze ist mit einer Länge von 2 Metern heuer wieder ausgesprochen hoch. Das bedeutet viel Schnee! Allerdings muss man fairerweise auch feststellen, dass die Glaubwürdigkeit der Königskerze schwer angeschlagen ist. Schon im Herbst des letzten Jahres war sie rekordverdächtig hoch und wurde dann von einem lange nicht mehr dagewesenen äußerst schneearmen Winter entzaubert. Ich bin aber der Meinung, sie hat eine zweite Chance verdient!

Ja, die Wespen waren in einigen Wochen des Spätsommers äußerst zahlreich heuer. Und viele Wespen bedeuten einmal viel Plage. Aber auch einen tiefen Winter (auch die Rössl werden anscheinend teuer). Zumindest sind sie ein ernster Indikator für überdurchschnittliche Kälte. Wir sollten die Wespen übrigens mehr in Ehren halten – wenn es sie nicht gäbe, wäre die Erde anscheinend nur so von Fliegen und Mücken übersät behauptet die Wissenschaft.

Fast alle Naturzeichen zeigen in Richtung eines sehr kalten, tiefen Winters. Die Natur scheint sich ziemlich einig wie selten zuvor zu sein. Und da Ausnahmen die Regel bestätigen darf ich ohne weiteres darauf hinweisen, dass Kollege und auch Jäger Klemens vor zwei Wochen ein Mauswiesel gesehen hat, das noch fast vollständig braun war. Das steht jetzt im Widerspruch zu allen anderen Naturzeichen. Die Wiesel sind im Winter weiß und sollten jetzt zumindest schon g’scheckert sein. Aber Klemens hat gut reagiert und das Problem im Sinne des Wintertourismus (da steht ihm ein Orden zu) umgehend gelöst, in dem er das Viecherl gleich erschossen hat (eh nicht wahr, war nur ein Späßchen am Rande).

Ein weiterer Versuch den Winter vorherzusagen liegt darin, die über jahrhunderte überlieferten Bauernregeln zu bemühen. Die eine oder andere ist recht nebulös („Rutscht im Winter die Unterhose, war im Herbst schon das Gummiband lose“) oder einfach für unsere Region nicht anwendbar („Steht im November noch das Korn – isses vergessen worn“ oder „Steh’n im Sommer schlecht die Bohnen, gibt’s im Winter Subventionen!“). Nur dann doch auch hier die eindeutige Bestätigung von all dem weiter oben schon vorhergesagten: „Wenn’s im November stürmt und schneit, ist der Winter nicht mehr weit!“. Gott sei Dank!

Morgenfrost

Kehren wir zum absoluten ernst des Thema’s zurück, über so was wichtiges macht man keinen Spaß! Das wesentlichste Naturelement in der Wintervorhersage jetzt zum Schluss. Der Reif, das ziemlich zuverlässigste Vorhersagezeichen für Schneefall. 100 Tage nach dem ersten Reif schneit es, sofern es ihn nicht innerhalb von 3 Tagen herauswittert. Da ist eindeutig was dran, die Reifregel trifft relativ oft zu (mehr als 50:50). Demnach sollte es um den 19. November schneien – fast garantiert. Ende Jänner oder Anfang Februar 2012 wären dann weitere ziemlich ergiebige Schneefälle zu erwarten. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Naturzeichen in hochgradiger Übereinstimmung auf einen frühen, kalten und tiefen nächsten Winter hindeuten. Diese Botschaft rinnt ja wie Öl runter!

Und ein Tipp samt Beruhigungspille für alle jene die sich entweder auf die Natur oder auch auf meine Ausführungen doch nicht ganz verlassen wollen. Also erstens: eventuell noch offene Kirchenbeiträge einmal schnell einzahlen, und notfalls, wirklich nur notfalls, hätten wir auch noch eine schlagkräftige Schneeanlage (erstmals skischaukelüberspannend, mit 238 Schneeerzeugern schon allein auf Großarler Seite – aber davon vielleicht in einem anderen Artikel mehr) zur Verfügung, die bereits scharf ist, und erste Nächte der Bewährungsprobe schon erfolgreich hinter sich hat.

Falls Sie von unserer Wintervorhersage auch so überzeugt sind wie wir selbst – hier können Sie dann gleich buchen! –> hier klicken bitte.

Wie wird der Winter?
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Eine Antwort auf Wie wird der Winter?

  • Hallo u.viele Grüße in das Großarltal.Ist schon interessant etwas neues über alte Bauernregeln zu erfahren.Aber egal wie der Winter wird – das Großarltal ist bei jedem Wetter ein Besuch wert.Hoffe natürlich für alle begeisterten Wintersportler auf einen Schneereichen Winter und vertraue voll auf die Voraussage des Bauern Rupert.
    Nochmals Grüße aus Prösen von Petra.

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Bepackt mit Fotoapparaten, Kameras und Handys kamen sie lustig schnatternd bei mir am Untergolleggho [...]

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