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Wenn die Hackeln tief fliegen

sollte man unbedingt auf den Berg gehen, dann können sie dann schön unter einem durchsausen. Und sie fliegen jetzt ganz tief in Richtung unserer Seilbahngesellschaft, weil wir, ganz voran unsere Chefin Gertraud, Missstände in einem anderen Bergbahnunternehmen (wo wir unsere Griffeln auch etwas im Spiel haben) aufgezeigt haben. Aufdecken kommt nicht gut an, jetzt fliegen uns von außen, eigentlich von enten, einmal die Hackeln entgegen.

Oder wenn Sie Probleme oder Sorgen haben sollten Sie auch auf den Berg oder zumindest auf die Alm gehen, oben sind diese meist dann ganz klein. Ich war jedenfalls jetzt auf dem Berg, meine Schwestern und meine Godn haben mich zusammengepackt zu einer schön angelegten Ganztagestour. 

Hinauf über die Kreealm, wo wir uns bei der Bichlhütte (Herrfred Murmeltiers zuhause) zuerst ein gutes Frühstück gegönnt haben. Dann durchwandert man in 2 Stunden die Kreealm bis zum Murtörl (2.260 m). Hier grenzt der Lungau mit dem Murursprung an das Großarltal. Am Murtörl findet man auch ein Steinmarterl in Gedenken an den am 12. Juli 1954 hier bei der Suche nach seinen eingeschneiten Schafen in einer Lawine verunglückten Bauern aus der Kreealm. Lawinenunglück am 12. Juli, mitten im Hochsommer! Ja, die Berge sind oft hart zu uns.

Wir sind dann über den Tauernhöhenweg weiter gewandert durch das Murtal (mit dem Murursprung), dann durch das ebenfalls zum Lungau gehörende Riedingtal, durch das Tappenkar mit dem imposanten Tappenkarsee (gehört zu Kleinarl). Das Tappenkar ist ein riesiges Almgebiet und hat auch eine Geschichte tieffliegender Hackeln. Nur damals, so im 16. Jahrhundert, dürften die Großarler und Hüttschlager Bauern vielleicht etwas übertrieben haben. Ins Tappenkar durften die Pongauer Bauern alle ihr Vieh auftreiben. Die Großarler und Hüttschlager Bauern sahen das Nutzungsrecht aber allein als das ihre an und benahmen sich auch dementsprechend. Schließlich wurden unsere Bauern gerichtlich vom Weiderecht am Tappenkar gänzlich ausgeschlossen. Im Gegenzug verweigerten unsere Bauern dann dafür den Viehtrieb zur Tappenkaralm durch das Großarltal. Und das war damals der ungefährlichste Zugang in dieses wunderschöne Tal, weil die andere mögliche Verbindung über Kleinarl für das Vieh steil und sehr sehr gefährlich war.

So weit eine kurzer Ausflug in die Geschichte der Tappenkaralm, über die es noch viel mehr zu erzählen gäbe, was den Rahmen dieses Postings aber eindeutig sprengen würde. Wir sind jedenfalls bei unserer Ganztageswanderung dann zum Klingspitz (2.433 m), der mächtig ober der Glettnalm (Hüttschlag) thront. Hier haben wir einen sehr seltenen Schmetterling, den Apollofalter gefunden. Militärisch begleitet und beschützt von einem Admiral (das ist auch eine Schmetterlingsart) – faszinierend. Vom Klingspitz sind wir dann über den Hirzegg (2.069 m) – ein relativ unbewanderter aber auch sehr interessanter Berg – zur Glettnalm gegangen. Und irgendwo dazwischen waren so viele Edelweiß – die Königin der Alpenblumen – dass man direkt aufpassen musste nicht zu stolpern. Doch halt – ich muss sie, liebe Leser, leider am Klingspitz zurücklassen, der direkte Weg zum Hirzegg ist nämlich nicht markiert und die Kreealmmähder fallen ziemlich steil ins Tal. Wenn Sie sich jetzt nicht am Klingspitz vom Hubschrauber holen lassen wollen (man gönnt sich ja sonst nix), wählen Sie bitte den markierten Weg zurück zum Kreuzeck und dann zur Glettnalm. Dort sehen wir uns wieder, bei der Sennerin Eva und beim Hirter Rupert. Ich bin ein Fan von Rupert wegen seiner Urigkeit und ein paar gemeinsame Winter haben wir an der Seilbahn verbracht. Rupert hat auch schöne Kühe, obwohl ein paar jetzt leider etwas ausgebleicht sind, waren wohl zu lange in der Sonne. Die Glettn ist in ihrem schönen Talkessel jedenfalls immer einen Besuch wert. Ja, dann geht es nach ordentlicher Jause und Getränkekonsumation aber wieder hinab in die Niederungen, wo es vorübergehend wieder heißt „Kopf einziehen“.

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