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Mein Almsommer auf der Hühnerkaralm

Ja, etwas betrüblich macht des doch, dass der Almsommer jetzt endgültig vorbei ist. Dabei war meine Almsommer-Bilanz 2009  erfolgreicher als jene der Weltwirtschaft. So gut wie auf jeder Alm im Großarltal gewesen, bei vielen zwei Mal, bei einigen auch drei Mal und öfter. Das bedeutet auch wenigstens 40 Brettljausen und zumindest ebenso viele Schnäpse. Und das Kennenlernen vieler Menschen die es auch auf die Alm zieht. Viele neue Sennerinnen waren anzutreffen. Alle fesch, nett, naturverbunden, humorvoll und fleißig.

Eine davon, die Anna aus der Region Wolfgangsee, war den ganzen Sommer mit der Sennerin Gitta (mit über 50 „Heakar“- Almsommern!)  auf der Hühnerkaralm in Hüttschlag und hat mir in bewegten Worten ihren Almsommer im Großarltal wie folgt geschildert. Danke Anna.

Hühnerkaralm-Großarltal

Hühnerkaralm Hüttschlag

Was weiß ich, welcher Teufel mich geritten hat, hab mir jedenfalls eingebildet diesen Sommer mal als Sennerin auf einer Alm zu arbeiten. Kurz entschlossen hab ich dem Aschaubauern gleich zugesagt und meine Stelle in der Apotheke gekündigt. Die Bauersleut’ hab ich nur flüchtig kennen gelernt beim „Vorstellungsgespräch“ (zwischen Eisstöcklern und Kaschtlern im Aschaustüberl), sonst kannte ich noch niemand. Als wir dann Anfang Juni mit einem voll bepackten Jeep raufrumpelten in die Hubalm, musste ich erstmal feststellen, dass ich kaum ein Wort dieses Hüttschlag-Slang verstand. Hab halt immer brav genickt und ja gesagt, wenn mich einer ang’schaut hat…
 
Dann ging’s auch schon rauf ins „Heakar“ (auf Deutsch: Hühnerkar). Wie einem da zumute ist, kann ich gar nicht beschreiben, ganz allein unter lauter Fremden, völlig neue Umgebung, kein schönes Gefühl jedenfalls. Am zweiten Tag kam dann das erste Vieh nach, die Kühe, die Hühner und die Fåcken (=Schweine), leider ging ein unglückseliges Schwein auch gleich schon drauf. Der Bauer und ich versuchten unser Glück und brachen die arme Sau auf, damit unten das Fleisch noch verwertet werden kann. Immerhin mussten wir ja alles mit der Seilbahn auf und ab fahren, weil keine Straße raufführt. Das war schon eins der vielen unvergesslichen Erlebnisse.
Sennerin-Anna-Großarltal

Sennerin Anna


Naja, dann wurde mir schön langsam alles gezeigt, ich fühlte mich zunehmend wohler und auch wenn ich anfangs etwas ratlos vor dem Berg Arbeit stand, ging es mir gar nicht so schlecht von der Hand, als die Bauersleut’ nach ein paar Tagen mich mit Gitta und dem Vieh alleine oben ließen. Was hatte ich alles zu tun? Kühe melken, regelmäßig zum Jungvieh schauen, kochen, putzen, der Gitta beim Käse und Butter machen helfen und natürlich die durstigen und hungrigen Einkehrer versorgen.

Nach und nach hab ich die Hüttschlager kennen gelernt (auch mit dem Verstehen wurde es immer besser). Im Grunde sehr offene und nette Menschen, die ich gleich gern haben musste. Unter ihnen z. B. alte Hirter, die mir ihre Geschichten erzählten; der schneidige Jäger, dem sein Wild wohl wichtiger ist als eine einsame Sennerin; die Alpleute von den Nachbaralmen; der lustige Milchmesser, der mehr als nur Milch messen kann und natürlich viele Urlauber.
Murmeltier-Großarltal

Mankei


Den ganzen Sommer bin ich nie nach Hause gekommen, hatte kein Fernsehen oder Handyempfang, aber ehrlich gesagt, fehlte es mir auch nicht wirklich, es kamen oft Freunde und Verwandte auf Besuch um mir die Neuigkeiten von zuhause zu erzählen. Ins Dorf bin ich schon das ein oder andere Mal gekommen, z. B. Erntedank, beim Kirchtag usw. da ließ ich es natürlich g’scheit krachen!

Als frischgebackene Jungjägerin war für mich auch die Hirschbrunft in der Hubalm sehr interessant, da bin ich oft ausgerückt mit dem Gucker ob ich nicht wo einen dieser Kerle sehe.

Die meiste Freude hatte ich aber mit dem Mankei, das ich schießen durfte, mein erstes Stück Wild! Ein unvergesslicher Tag, der natürlich im richtigen Rahmen gefeiert wurde…

So, und jetzt sitze ich wieder daheim und ums Herz ist mir ganz eng vor lauter Sehnsucht nach der Alm und dem Sommer, der viel zu schnell vergangen ist. So Gott will komm ich nächstes Jahr wieder, aber bis dahin steht noch ein langer Winter bevor…

 

Mein Almsommer auf der Hühnerkaralm
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4 Antworten auf Mein Almsommer auf der Hühnerkaralm

  • Wo war das ich würde zu gerne mit meiner Freundin so etwas auch einmal machen. Ab welchen bis welchem Alter darf man so etwas machen???

  • Thomas Wirnsperger

    Hallo Carolin! Das war auf der Hühnerkaralm in A-5612 Hüttschlag. Für die Mithilfe auf der Alm gibt es keinen wirkliches Mindest- und schon gar kein Höchstalter. Dier Arbeit ist allerdings schon beschwerlich und verlangt deshalb einiges an Kraft und Ausdauer sowie körperliche Fitness. Die Sennerinnen auf den Almen sind zwischen 16 und 80 Jahre alt.

  • Danke für die Information leider bin ich erst 12 und werde im nächsten Sommer ziemlich am Ende erst 14. Würde das theoretisch schon klappen???
    Außerdem bin ich auf die Ferienzeit in Bayern angewiesen.

  • hallo ie such ah freundin als sennerin deh kun 29 bis 33 jahre sein in raum innsbruckland

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