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Das nächste Jahr wird lustig!

Nicht dass ich hellseherische Fähigkeiten hätte, zumindest wären solche bisher unentdeckt geblieben. Vielmehr ist der Optimismus in der Überschrift der Versuch einer Vorausschau der Auswirkungen äußerer natürlicher Anzeichen. Die Vogelbeerbäume – außerhalb unserer Region mehr als „Eberesche“ bekannt – haben heuer viel, ausgesprochen viel zu Tragen. Die Äste biegen sich nur so unter der Last der Früchte. Nach drei Jahren schlechter Ernte ist es auch wieder einmal höchste Zeit dazu. Der Vogelbeerbaum erfährt bei uns eine hohe Wertschätzung. Er gibt dem Landschaftsbild nicht nur eine gute Optik, aus seinen Beeren wird auch hochwertigster Schnaps gewonnen, richtig und in kleiner Dosis eingesetzt schon fast eine Arznei. Aber nur fast, da eine medizinische Bestätigung dieser Behauptung möglicherweise noch fehlt.

Jetzt beginnt die Zeit der Vogelbeerernte. Zuerst werden die Trauben gepflückt, nachdem die Bäume teilweise sehr hoch sind und oft in steilem Gelände stehen, setzt diese Tätigkeit einmal Schwindelfreiheit voraus und ist damit auch nicht ganz ungefährlich.  Dann werden die Vogelbeertrauben von den Blättern und den Stängeln befreit, sodass nur mehr die losen Beeren übrig bleiben. Was hier so schnell hingeschrieben ist bedeutet schon mühsame Arbeit. Zu guter Letzt werden die Beeren oftmals noch zermatscht, kommen in Fässer mit einem Fassungsvermögen so um die 200 Liter und es wird noch Wasser zugesetzt. Dann stehen die Fässer für einige Monate damit der Inhalt einem Gärungsprozess unterliegen kann.

Im Winter ist Schnapsbrennzeit. Die Branntweinherstellung ist in Österreich ein staatliches Monopol. Die Bauern haben aber das Recht den Schnaps nach alten Brennrechten noch aus der Zeit von Kaiserin Maria Theresia herzustellen. Die Fässer werden geöffnet und der breiige Inhalt (Maische) mit dem Brennzeug gebrannt. Klingt auch wieder einfacher als es ist, wer mit dem Brennen Erfahrung hat, hat klare Vorteile. Die Ausbeute liegt bei einem 200 Liter Fass dann bei ungefähr 5 bis 6 Litern Vogelbeerschnaps, so wenig für so viel Arbeit. Also nicht gerade berauschend, dafür um das hochwertiger und wertvoller.

2010 ist der Vogelbeerschnaps aus der jetzt beginnenden Ernte also fertig. Anschließend ist unsereins dann auch wieder anzutreffen, nämlich beim Genießen des Vogelbeerschnapses, meist in Gesellschaft. Und wo Gesellschaft ist, wird auch gelacht. Also haben wir beste Voraussetzungen, dass das nächste Jahr lustig wird, so Gott will.

Vogelbeerbäume beim Pointgrünbauern im Großarltal

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