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Frühstück hart verdient

„Hart verdient“ bringt man bei uns üblicherweise mit anstrengender Arbeitsleistung in Zusammenhang. Das ist aber wiederum mit Urlaubs- oder Freizeitaktivität nicht vereinbar. „Hart verdient“ ist in diesem Posting daher in Verbund mit sportlicher Betätigung zu sehen.

Der Mountainbikesport boomt bei uns momentan total. Bereits vor Jahren habe ich mir die Frage gestellt, warum wir diesbezüglich noch kaum entdeckt sind (für diesen Beitrag hier klicken). Neulich hat mir aber eine Sennerin erzählt, dass 50 Mountainbikes vor der Hütte standen. 40 allerdings mit Motor, nur 10 klassisch muskelkraftbetrieben. Ja, jetzt ist es so weit. Wir sind eindeutig als Bikeregion angekommen. Und wir tun einiges dafür. Unsere erste Singletrailstrecke entlang unserer 8er Kabinenbahn Hochbrand („blaue Gondel“) mit 3,3 km Länge und 432 m Höhenunterschied ist gerade in der Fertigstellung und wird diesen Sonntag, 2. Juli, eröffnet. Mit buntem Begleitprogramm. Aber dazu gibt es eine eigene Geschichte.

Zurück zum Inhalt in der Überschrift. Eine besondere Variante sich ein Frühstück zu verdienen liegt nicht im Aufstehen und dann zum Buffett zu gehen sondern darin, eine körperliche Anstrengung voranzustellen. Unser Winterklassiker, das Skikeriki, macht es vor. Aber nachdem wir es im Sommer mit dem Skifahren nicht so haben könnte anstatt der Ski das Mountainbike dienen und anstatt der Skipiste fährt man auf eine Alm.

Ich war jetzt zu diesem Zweck mit einer kleinen Familienrunde, mit einem ausschließlich muskelkraftbetriebenen Rad versteht sich, auf der Hirschgrubenalm in Hüttschlag. Fahrzeit von Großarl weg 1,5 bis 2,0 Stunden – gerade recht um den Magen ausgiebig zum Knurren zu bringen. Und eine Zeit lang gegen den inneren Schweinehund anzufahren. Nachdem man gegen diesen wieder denkbar knapp gewonnen hat erreicht man dann die über dem riesigen Almboden gelegene Hirschgrubenalm. Auf der Hirschgruben sind die beiden jungen Sennerinnen Maria und Corinna für das leibliche Wohl zuständig. Beide Sennerinnen, abgesehen von der schönen Hütte, allein schon einen Besuch wert – man isst auch mit dem Auge sagt man. Maria ist heuer den 10. Sommer auf der Alm, hat sie mit etwas Stolz erzählt. Das ist schon ganz gut. Allerdings liegt die Latte bei uns im Großarltal ziemlich hoch. Wenn ich mich richtig erinnere, verbringt Sennerin Gitta heuer ihren 60. Almsommer auf der Hühnerkaralm und Hirter Sepp  auf der Draugsteinalm-Steinmannhütte ebenso. Aber die nächsten 50 Jahre gehen schnell vorbei liebe Maria.

Es ist halb neun bei der Ankunft auf der Alm, die schon zur Gänze in der Sonne liegt. Maria beeilt sich unseren Hunger zu stillen. Zuerst mit Kaffee. Dann mit einem Frühstück mit Almprodukten wie Speck, Wurst, verschiedenen Käsesorten, Almbutter, selbstgebackenem Brot und alles was sonst noch so schnickschnackmäßig dazugehört. Auch Ei mit Speck hat sie in ihrem Repertoire. Selten hat das Frühstück so geschmeckt. Musikalisch untermalt wird so ein Almfrühstück üblicherweise mit Glockenklang der auf den umliegenden Weiden grasenden Kühe.

Die Zapfenhütte am Start unserer neuen Singletrailstrecke bietet ebenfalls täglich ein Biker-Breakfast an. Das ist jetzt die umgekehrte Variante. Mit der Bahn auf den Berg, frühstücken und dann über den neuen Singletrail, der auch für Naturerlebnis steht, ins Tal.  Wir haben viele Möglichkeiten gut in den Tag zu starten, greifen Sie einfach zu.

  • Zum Singletrail Großarltal (hier klicken)
  • Hier finden Sie Details zum umfangreichen Mountainbikeangebot im Großarltal (hier klicken)

 

Bilder vom Mountainbikerfrühstück auf der Alm:

Frühstück hart verdient
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7 Antworten auf Frühstück hart verdient

  • Ich bezweifle ob es für das Großarltal wirklich gut ist, dass man als „Bikerregion angekommen“ ist.

    In den letzten 24 Jahren habe ich meinen Urlaub im „Wanderparadies“ vor allem deshalb alljährlich genossen, weil fast alle Hütten und Gipfel nur zu Fuß erreichbar sind – mal von den seltenen Almtaxifahrten und dem seilbahnversorgten Skigebiet beim Kreuzkogel abgesehen. Der in den letzten Jahren zu beobachtende „Ausbau“ von Wanderpfaden zu Fahrwegen (z.B. zur Filzmoosalm bzw. Achtalm oder zur Hühnerkaralm) sowie die Freigabe der Wege für Privat-PKW zur Loosbühel- und Breitenebenalm zeigen eine für mich beunruhigende Tendenz.

    Ich habe nichts dagegen, wenn einige Strecken für Moutainbiker freigegeben sind, aber wenn immer mehr Menschen motorisiert mit dem Auto oder dem E-Bike die Wanderziele massenhaft ansteuern können nimmt man dem Großarltal seine faktische Einzigartigkeit als ruhige, urige und gemütliche Wanderregion. Ich möchte nicht, dass künftig auf der Alm statt Brettljausen und Holunderwasser auch noch Scampi und Prosecco ausgegeben wird und ich beim Abstieg ständig darauf achten muss nicht von anderen „Verkehrsteilnehmern“ umgefahren zu werden.

    Bitte passt auf, dass Euer wunderschönes Tal als Paradies für uns Wanderer erhalten bleibt, denn Vergleichbares gibt es sonst nirgends in den Alpen!

    Vielen Dank,

    Gruß aus dem Norden Oberbayerns!

  • Ich finde dieses Kommentar vom Sepp super.
    Man muss immer mehr Achtgeben, wenn man auf eine Alm geht ob man nicht von einem Auto/E-Bike oder Radfahrer überollt wird. Egal welches Rad, manche kurven vom Berg runter als gebe es kein morgen!
    Mich wundert es immer wieder, dass hier nicht mehr passiert, wenn Fußgänger hoch gehen und die Radler „herunterbrettern“! Wenn man mit Kopf runterfährt sehe ich hier kein Problem.
    Die richtig urigen Almwege sterben alle aus und das Wandern auf einer Straße ist für mich kein „Almengehen“!

  • Ich schließe mich den beiden vorherigen Kommentaren an. Auch ich habe es immer sehr geschätzt, dass es bei Euch im Tal, auf den Wanderwegen und Almen noch urig, bodenständig und ruhig zugegangen ist. Ich verstehe auch, dass der Tourismus als Einnahmequelle notwendig ist, würde mir aber sehr wünschen, dass der vorsichtige Umgang mit der Natur weiterhin im Vordergrund steht. Sonst ist das schöne Tal bald nicht mehr wieder zu erkennen und das wäre echt raurig.

  • Thomas Wirnsperger

    Hallo Sepp, Stefan und Petra!

    Jetzt muss ich mich doch ganz kurz in diese Diskussion einbringen, weil da einfach viel geschrieben wurde, das so nicht stimmt bzw. nicht unkommentiert bleiben soll.

    Unrichtig ist etwa die Behauptung, dass immer mehr Wanderwege verschwinden und dem Alm-/Forstwegebau zum Opfer fallen. Das exakte Gegenteil ist der Fall. Alm- und Forststraßen braucht man heute einfach, um die zahlreichen Almen zeitgemäß bewirtschaften zu können. Nicht nur für den Transport von Waren, sondern auch für das Almpersonal, das zwischendurch mal kurz ins Tal will, ohne gleich einen mehrstündigen Marsch auf sich nehmen zu müssen. Aber überall dort, wo solche Almwege neu gebaut wurden, wurden die Steige an den Kreuzungen wieder behutsam in die Wege eingebunden. So geschehen in den letzten Jahren zum Beispiel bei der Filzmoosalm, der Ellmau- und Weißalm, der Kreealm und bei der Hühnerkaralm. Parallel dazu wurde in den letzten Jahren viel Geld investiert, um Steige zu errichten, wo es früher gar keine gab oder es wurden ganz alte, verfallene Steige revitalisiert. Dies einfach deshalb, weil es für den „normalen“ Wanderer attraktiver und abwechslungsreicher ist, auf Steigen zu wandern als auf der Straße. Mit Kinderwagen oder leichter Gehbehinderung sieht das schon wieder ganz anders aus. Diese Wanderer möchten auf die zahlreichen Alm- & Forststraßen nicht verzichten. Beispiele für die Neuanlage solcher Pfade sind der Steig zur Breitenebenalm, der Steig zur Hirschgrubenalm, der Steig in die Hubalm, der Steig unten hoch in die Aigenalm (aufgrund eines großen Erdrutsches im letzten Jahr leider völlig zerstört und heuer durch eine andere Variante ersetzt), die zahlreichen Abkürzungen am Weg zur Unterwand- und Maurachalm, die Abkürzungen und Varianten zur Aualm, der Gamssteig vom Skigebiet hinunter in die Aigenalm, … Es wurde also ganz viel getan, aber leider neigt so mancher dazu nur das zu sehen, was er sehen will.

    Der Individualverkehr auf Almen ist grundsätzlich nicht erwünscht. Dennoch sollte man so viel Toleranz mitbringen, dass jene Leute auch die Chance haben auf eine Alm zu kommen, die zu Fuß nicht mehr hinkommen. Im Falle der Aualm und der Breitenebenalm ist es Zeit meiner Erinnerung immer schon möglich gewesen, mit dem Auto hinzufahren. Hinzugekommen ist also nur die Loosbühelalm und hier will man durch die neue Schranke den Individualverkehr durchaus eindämmen. Und mal ehrlich: Selbst wenn man als Wanderer diese 3 Almen ansteuert, bleibt doch die Option zumindest streckenweise auf die Steige auszuweichen, auch wenn es nicht auf die ganze Länge möglich ist. Ausserdem ist es – dort wo es geht – doch viel schöner, die Wanderung weiter oben zu starten und dafür höhere Ziele anzustreben und die schöne Aussicht zu genießen.

    Radfahrer und (E-)Mountainbiker werden mehr. Das ist richtig. Dies ist nicht nur bei den Gästen so, sondern auch bei uns Einheimischen. Es ist einfach der Trend der Zeit. Und wir sind froh darüber! Wichtig ist hier, dass sich jeder an gewisse Spielregeln hält – Regeln, die einem nicht nur die StVo sondern der gesunde Hausverstand mitgibt. Und das gilt für alle – egal ob Wanderer oder Mountainbiker. Genauso wie wir Wanderer ersuchen, auf den markierten Wegen zu bleiben, so gilt auch das Gebot an die (E-)Mountainbiker, sich ausschließlich an die markierten Wege zu halten – und das sind im Falle von Großarl und Hüttschlag ausschließlich der im letzten Jahr weiter ausgebaute Radweg im Tal sowie die breiten, gut markierten Alm- und Forststraßen zu diversen Almen. Dort wo schwere Holzlaster mit 25 und mehr Tonnen Platz haben, dort sollte es doch möglich sein, dass auch Wanderer und Radfahrer friedlich nebeneinander Platz finden. Auf allen anderen Wegen – insbesondere auf schmalen Pfaden – ist das Radfahren verboten. Mit einer einzigen Ausnahme: dem neuen Sigle-Trail, der ausschließlich den Radfahrern vorbehalten ist und den wir am kommenden Sonntag in Großarl eröffnen. Eine Strecke, die extra für jene Biker angelegt wurde, die etwas mehr Abenteuer suchen und genauso wie viele Wanderer auch einmal den Wunsch verspüren, auf einem schmalen Weg unterwegs zu sein. Dieser Trail wurde so angelegt, dass er keine Wanderer und anderen Verkehrsteilnehmer stört. Danke hier an alle betroffenen Grundbesitzer und das Teeam der Großarler Bergbahnen.

    Die Kunst liegt also in der richtigen Lenkung und in der Schaffung passender Angebote für alle Beteiligten: Steige für Wanderer, gemischte Flächen für die Versorgung der Almen, die Bewirtschaftung der Wälder, Radfahrer und Wanderer und neuerdings eben auch einen Trail (eigentlich auch nichts anderes als ein Steig) für Radfahrer. Und dann gibt es da auch noch jene Flächen, die wir in enger Absprache mit den Grundbesitzern und der Jägerschaft gänzlich der Natur und den Tieren des Waldes widmen sollten. Unter dem Projekt „Respektiere deine Grenzen“ sind diese Flächen und Abzweigungen oft gesondert gekennzeichnet. So hat jeder „seine“ Flächen, die ihm ganz alleine vorbehalten sind. Ja und auf den breiten Wegen sollte man schon so viel Toleranz und Verständnis mitbringen, diese freundschaftlich gemeinsam zu teilen. Übrigens: Schon mal darüber nachgedacht, dass die Flächen in erster Linie den Grundbesitzern gehören und wir uns alle darüber freuen sollten, sie benützen zu dürfen. Mal nur so zum Nachdenken.

    Und glaubt mir: Auch Radfahrer sind ganz normale Menschen, die sich am Ziel angekommen über Hollersaft und Bretteljause freuen. Auch wenn der eine oder andere sich vielleicht ein (meist alkoholfreies) Weißbier genehmigt. Aber das tun die Wanderer doch auch!

    Thomas Wirnsperger
    Geschäftsführer des Tourismusverbandes Großarltal

  • Grüß Gott ins ( noch ) schöne Großarltal, ich kann mich dem Kommentar vom Sepp vom 27. 6. nur anschließen ! ! Haltets dem ausufernden „Event-Tourismus“ wenigstens im Sommer etwas ein bzw. in enge Grenzen und bewahrt Eure fast letzte lebenswerte und urlaubswerte Talschaft zwischen Grenoble und Wienerwald . Der Thomas ( Wirnsberger) muß berufsbedingt natürlich so argumentieren, aber als erfahrener “ Bergler “ mit Ende 60-zig aus dem Münchner Raum erleb ich Woche für Woche die abschreckenden Szenarien in unseren bayer. Voralpen mit den sog. Bikern . Ich sprech hier nicht vom stromunterstützten kräfteschonenden Berganfahren zur gemütlichen Alm- Brotzeit, sondern von den Hightech-Downhill-Kamikazies, die die Wege ruinieren,die sensible Vegetation zerstören und in Gruppen lauthals brüllend von einem Kick zum Nächsten donnern. Diese Leute bringen Euch nicht das Geld ins Tal, die sind heute hier und morgen dort und hecheln per Bus mit Radanhänger von einem „Top-Event“ zum nächsten ! Die jahrelangen Stammgäste, die eine Woche und länger verbleiben ( und dabei ein paar „Schilling“ im Tal lassen ) , werden verschreckt und bleiben weg. Es ist mir wurscht, ob vor einer Alm zwei oder 50 Radl stehen, solange sie auch dort was konsumieren und nicht bloß die Toilette benutzen, den Brunnen zum Säubern der verdreckten Bikes mißbrauchen , die Wasserflaschen auffüllen, rumgrölen und ihre Adrenalin-Videos begutachten. Nur ein Beispiel von vor ca. drei Wochen : der Weg von der Voderkaser- zu Hubalm abwärts ist ja net grad besonders radfreundlich. Eine „Horde“ Biker mißachtet Weidegatter und -Zäune und brettert talwärts, die bergangehenden Wanderer brüllend verschäuchend. Ja gehts noch ! ! Die Apelle an die gegenseitige Vernunft gehen doch da völlig ins Leere . Ich hab kein Patentrezept zur Abhilfe, da gibt`s Spezialisten dafür . Die Großhotellerie sollte aber z. B. ihre Werbung einem anderen Klientel zuwenden. Ansonsten ist`s bald aus mit dem liebenswerten, gemütlichen „Tal der Almen“ ! Der Rösl-Wirt in Hüttschlag hat den „Umkehrschwung“ erfasst.
    Ich komm heuer trotzdem nochmal ins Tal
    ein Münchner

  • Hallo Herr Wirnsperger,

    eins vorweg: auch wenn der eine oder andere Punkt der kritischen Aussagen hier aus Ihrer Sicht evtl. übertrieben oder auch sachlich nicht richtig sein mag: Für mich sind diese Kommentare vor allem eines: ein Kompliment für das Großarltal und damit auch für Sie bzw. Ihre Arbeit. Denn wenn‘s uns Stammgästen hier nicht so sehr gut gefallen würde, dann würden wir uns auch keine Sorgen machen und bei Bedarf halt einfach „weiterziehen“.

    Bezüglich der Zufahrt zur Breitenebenalm: Hier war mein (falscher?) Informationsstand, dass den Privatweg hinter der Schranke am oberen Sonnegg-Parkplatz bis vor kurzem nur Übernachtungsgäste der Breitenebenalm/Adlerhorst benutzen durften – auch wenn rein technisch jeder hochfahren konnte, weil die Schranke eigentlich immer offen war, wenn ich dort ankam.

    Ich stimme Ihren Aussagen zum Thema Almstraßenbau bzw. Neuanlage/Reaktivierung/Einbindung von Steigen in jeder Hinsicht zu – ich habe mich insofern falsch ausgedrückt als ich vom „Ausbau der Pfade zu Straßen“ schrieb, denn dies trifft wohl bisher nur für einen kleinen Abschnitt des Weges zur Filzmoosalm bzw. Achtalm zu.

    Insbesondere freue ich mich auch über den erst vor ca. 3 Jahren wieder reaktivierten Steig zur Hubalm – der ist wirklich sehr schön. Den neuen Steig im unteren Aigenalmtal, den ich Anfang Juni erstmals durchwandert habe weiß ich auch zu schätzen – traurig ist jedoch, dass es leider nicht mehr möglich war den wildromantischen Abschnitt direkt am Aigenbach wieder herzustellen – hier war wohl die Natur endgültig stärker.

    An sich ist meine Sorge hauptsächlich, dass nun in den kommenden Jahren eine Alm nach der anderen die Zufahrt für Privat-PKW freigegeben könnte und sich dadurch die Klientel der Almbesucher völlig verändern würde – überspitzt gesagt: ich treffe dort dann nicht mehr auf Menschen in Wanderstiefeln sondern in Turnschuhen oder „Klapperl“(Sandalen). Und auch ohne diese PKW-Freigabe können ja E-Biker nun rein technisch fast alle bewirtschafteten Hütten über die (teils neuen) Almstraßen komfortabel erreichen.
    Und wenn dann (Achtung: Übertreibung!) 40 E-Biker auf den Almstraßenabschnitten meines Aufstiegs an mir vorbei ziehen muss ich auch noch befürchten, dass alle Sitzplätze vor der Hütte schon besetzt sind bis ich endlich oben ankomme.

    Im Gegensatz hierzu mache ich mir wegen des neuen Bikertrails an sich überhaupt keine Sorgen – er befindet sich ohnehin in einem Gebiet in dem ich mich nicht aufhalte.
    Jedoch: Ich kann mir vorstellen, dass durch diesen Trail viele neue Biker als Urlaubsgäste angelockt werden. Dann ist sicher nicht auszuschließen, dass viele von diesen dann zwischendurch auch andere Strecken im Großarltal „testen“ wollen, auch da wo es gar nicht erlaubt ist, so dass es vermehrt zu Szenen kommt, die Reinhard zwischen Hub- und Vorderkaseralm oben beschreibt.
    (Vgl. hierzu auch den Kommentar zum Blogbeitrag http://www.grossarltal.info/blog/2013/06/02/reden-wir-ubers-wetter/
    Zitat: „… in Punkto Mountainbike einfach zu fad. Werde das Rad viellleicht nicht einpacken. Ich meine, landschaftlich ist es ein Genuß. Aber die Strecken bitteschön. In der Regel 15%-Wirtschaftsweg / Waldautobahn hoch und dann selbigen bremsen- und spaßvernichtend wieder runter. Im ganzen Tal nicht ein Meter Trail. Also echt – so lockt man doch keinen Biker.“)

    Abschließend möchte ich mich noch ausdrücklich bei den Grundbesitzern bedanken die ihre Flächen für die Wanderwege und -parkplätze zur Verfügung stellen. Und als „Materialseilbahnromantiker“ möchte ich auch meinen Respekt den Almleuten der Aschlreit-, Moderegg- und Draugsteinalmen gegenüber ausdrücken, die immer noch auch ohne Almstraßenanschluß den Betrieb aufrecht erhalten.

    Herr Wirnsperger, mir ist bewusst, dass Sie immer wieder vor der schwierigen Aufgabe stehen, die vielfältigen und oft gegenläufigen Interessen des Naturschutzes, der Almleute, der Bauern, Grundbesitzer, Förster und Jäger, der Einheimischen und der Urlaubsgäste, der Seilbahn-, Gaststätten- und Hotelbetreiber, der Spaziergänger, der Wanderer, der Bergsteiger und der (E-)Biker unter einen Hut zu bringen bzw. gegeneinander abzuwägen. Ich denke die Einheimischen im Großarltal sind wirtschaftlich zu einem sehr großen Teil vom Tourismus und damit vom Erfolg Ihrer Arbeit abhängig. Ihr größter Trumpf (bzw. das wichtigste Kapital des Großarltals) aber ist die Einzigartigkeit als WANDER-Paradies, deshalb sollte m.E. darauf auch weiterhin der Schwerpunkt liegen, und nur an möglichst wenigen Stellen dem „Trend“ nachgeben werden. Denn wenn Sie für jeden neu hinzugewonnenen (E-)Biker zwei Wanderer als Urlaubs(stamm)gäste verlören, ist keinem geholfen.

    So und nun freue ich auf den „neuen alten“ Weg zwischen Heukarek und Höllwand, den ich mir für Anfang August vorgenommen habe!
    ( http://www.grossarltal.info/blog/2016/09/08/neuer-wanderweg-in-grossarl/ )

    Herzliche Grüße aus dem Norden Oberbayerns,

    Sepp

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