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Vatertag unplugged

Wieder so eine amerikanische Veranstaltung. Vatertag. Aber doch um einiges besser als etwa Halloween (zwar mit europäischem Ursprung, hat sich dann aber über Amerika bei uns eingenistet). Vatertag. Wenn es ihn nun einmal gibt, versuchen wir ihn zumindest nach unserem Geschmack zu gestalten. Also ohne die Frauen. Späßchen. Frau liest mit. Es hat sich einfach so spontan ergeben, dass uns wir kleine Männerrunde, für einen Vatertag ganz unverstärkt, unplugged sozusagen, entschieden haben.

Mit „hinaus in die Natur“ und „ganz weit hinauf in die Berge“. In Hüttschlag im hinteren Großarltal sind die Berge noch etwas weiter gewachsen als bei uns vorne. Und das steuern wir nun an. Meine zwei männlichen Begleiter mit nach städtisch klingendem Namen („Urban“) aber gar nichts darauf hindeutendem Wesen.

Start ist zu einer bereits christlichen Zeit, also 5.00 Uhr früh. Darin lässt sich schon was vom Umfang des Vorhabens ablesen. Dann geht es noch motorisiert bis zum Talschuss nach Hüttschlag bevor wir auf die eigenen Füße umsteigen. Hinein einmal ins Schödertal. Nachdem sich Thomas Wirnsperger in seinem Artikel vom 2. Juni 2017 (hier klicken) schon erfolgreich abgemüht hat die Wanderung ins Schödertal zu beschreiben erspar ich mir das jetzt gleich einmal.

Aber für uns ist das erst der Anfang. Noch ist es schattig kühl. Der See ist immer noch gut gefüllt. Uns zieht es viel weiter hinauf. Zuerst entlang und nahe am doch einigermaßen steil abfallenden Hauptzufluss („Kolmbach“) zum Schödersee. In einigen Bereichen ist der sogar wasserfallartig ausgebildet. Da geht’s „ganz schön auffi“ wie wir sagen, wobei das Wort „schön“ nicht das hält was es verspricht sondern die regelrecht gegenteilige Bedeutung hat. Es ist also sehr steil, oder sagen wir besser: anspruchsvoll. Darüber erhebt sich dann das erste Kar im Bereich der Kolmhütte. Das ist eine alte Jagdhütte, aber noch gelegentlich in Gebrauch. Sehr fleißige Jäger gehen in dieser Gegend noch ihrer Berufung nach. Auf der gegenüberliegenden Seite erhebt sich der Keeskogel, unser höchster Berg im Tal, mit seinen Vorgipfeln „Elferkogel“, „Zwölferspitz“, „Dreivierteleinsscharte“ usw. (zugegeben: der Letzte ist erfunden, aber die beiden vorherigen sind echt) . Gämsen und Rotwild stehen in dieser Richtung gerade auf der Weide, sinngemäß. Wir drehen aber in die andere Richtung ab, in das Bärnkar glaub ich hieß es. Ja, so wird es wohl sein. Bei uns erzählt man sich nämlich auch die Geschichte von der von diesem Standort nicht ganz weit entfernten aber inzwischen abgekommenen „Gstößalm“, da wo der Bär durch den Oberteil der geöffneten Trettür (Tret = Almstall) der Sennerin bei der Stallarbeit zugeschaut hat. Anscheinend bekam sie es ziemlich mit der Angst zu tun sagt man. Fragen können wir sie leider nicht mehr. Aber nicht wegen dem Bären.

Die Steine werden auf dieser Höhe zunehmend mehr, beeindruckende Wasserformationen in Form von Bächen und Seen auch. Und immer wieder öffnen sich neue Kare und die Landschaft wird weiter. Nun kommen wir endlich in die Sonne und an einem der Kolmsee’n – Auswahl genug – nehmen wir dann das ganz unamerikanische Vatertagsfrühstück ein. Zentraler Inhalt: Speckscheiben nicht zu dünn und nicht zu mager.

Die Arlscharte, auf der heute eine Bergmesse stattfindet ist eigentlich das Ziel der heutigen Veranstaltung. Aber da noch ausreichend Zeit ist steuern wir vorher den höher gelegenen Gipfel des Marchkarspitz (2.526 m) an. Der Grasboden wird zunehmend weniger. Die letzte Passage hüpft man, zumindest da wo kein Schnee mehr liegt, hauptsächlich von Stein zu Stein. Aber ungemein schön ist es hier, man bewegt sich am letzten Stück des Grates auf der Bundesländergrenze zwischen Salzburg und Kärnten. Auf der einen Seite Hüttschlag, auf der anderen das Maltatal mit Sicht auf die riesige Kölnbreinsperre (großes Wasserkraftwerk). Es wird Zeit sich zum Vatertag zu gratulieren am Gipfel des Marchkarspitz. Ohne viel Worte wie wir das gar nicht ungerne so machen. Höchstens mit der knappen Frage „mengma an Schnops?“ Es ist schon etwas spürbar vom Grundsatz: Berge sind stille Meister und machen schweigsame Schüler.

Aber das eigentliche Ziel ist die Arlscharte am niedrigsten Übergang zwischen Hüttschlag und dem Kärntner Maltatal. Niedrig ist relativ, immerhin liegt sie auch auf 2.252 Metern. Hier wird heute eine schöne Bergmesse gestaltet zu Ehren vom Paul, einem vor ein paar Jahren sehr früh verstorbenen Hüttschlager Original. Hauptsächlich war er in den Bergen zuhause, weshalb dieser Standort für eine Messe äußerst angemessen ist. Die sehr ansprechend gestaltet wurde. Ich war direkt etwas berührt vom Herrn Pfarrer, der es ausgezeichnet verstand in einer Lockerheit die wichtigen Glaubensbotschaften zu vermitteln. Alles in allem war alles sehr würdig hier.

Wie überhaupt der gesamte Tag. So nach ungefähr 6,5 Stunden reine Gehzeit sind wir wieder ins Tal zurückgekehrt. An einem Vatertag der restlos unverstärkt war, ausgenommen von den Inhalten der mitgeführten Schnapsflasche der Natur und der Spiritualität. Zur Nachahmung wärmstens zu empfehlen, aber eine kleinere Runde tuts natürlich auch. Wenn man es richtig gut macht, lässt sich diesen amerikanischen Zeug doch etwas abgewinnen.

Vatertag unplugged
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2 Antworten auf Vatertag unplugged

  • Thomas Wirnsperger

    Servus Sepp!

    Super Tour. Die steht heuer auch auf meiner Liste. Deine Bilder machen Lust, gleich loszustarten. Und obwohl es jetzt im Frühsommer da oben am schönsten ist, wird es wohl noch Juli oder August werden, bis sie bei mir an der Reihe ist. Aber Vorfreuede ist bekanntlich die größte Freude. Auch auf den nächsten Vatertag übrigens … ;-)

    LG Tom

  • Ich habe diese beschriebene Tour zur Arlscharte vor ca 25 Jahren mit Toni Knapp sen.gemacht
    und habe mich gefreut, nochmals eine sehr schöne Beschreibung dieser Tour lesen zu können.

    Alfred Bind

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