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Wollgras für die Schafe

Urlaub am Meer? Ja gerne, aber erst wenn ich im Großarltal einfach alles gesehen habe. Und mir scheint, dass zuhause im Tal der Almen das Entdecken einfach nicht und nicht ausgehen will. Ganz abgesehen haben wir gerade eine ziemlich warme, anhaltende Schönwetterperiode, wie heiß muss es da erst am Meer sein?

Das neueste bisher mir unbekannte Platzl in der Heimat liegt in der Nähe des Draugstein in Hüttschlag. Allein die Kulisse der beiden Draugsteinalmen mit dem faszinierenden Draugstein als Hintergrund verdient die Bezeichnung malerisch. Sie gehört zweifellos zu den schönsten Anblicken im Großarltal. Bereits der Holzzaun nach alter Bauart („Girschtnhag“) am Weg zu den beiden Almhütten trägt seinen kleinen Teil zur Faszination dieses Gebietes bei. Er trägt die Handschrift von Hans – dem Hirter der Draugsteinalm-Schrambachhütte. Er ist noch ein Meister des bäuerlichen Handwerks-Geschicks. Gleich hinter dem Zaun liegt das frisch gemähte Dungmahd (Wiese, auf der das Almheu gemacht wird).  Was nicht in den kleinen Heustadln Platz findet wird auf einer „Tristn“ den Sommer über gelagert. Die „Tristn“ ist eine, um eine in den Boden gerammte Stange angeordnete, mehrere Meter hohe zylindrische Heuschlichtung auf freiem Feld – sieht man nur mehr selten. Tristn ganz einfach beschrieben, leider hab ich vergessen davon ein Foto zu machen.

Zwischenstopp. Eine Jause auf einer beiden direkt nebeneinanderliegenden, spiegelgleichen Almhütten (Schrambachhütte oder Steinmannhütte) muss sein. Bevor es weitergeht zum Entdecken von Neuem. Wir wollen den Hans auch nicht lange aufhalten – das kommt dann erst am Abend – er hat beim Almheu noch zu tun. Der gut markierte Almsteig führt zum Grat zwischen dem Großarltal und dem Kleinarltal, dem „Draugsteintörl“. Hinten unten liegt hier die Almgegend des Tappenkar mit dem Tappenkarsee (für die Geschichte zur Tappenkarseeregion klicken sie bitte hier). Einige hundert Stück Vieh weiden hier über den Sommer. Genießen Sie den Ausblick. Wenn man sich aber doch schon sattgesehen hat,  geht links ein Weg weg, der nicht mehr markiert ist. Fachmännisch gesehen ist „links“ Richtung Norden. Dieser Weg führt zu einem flachen Bergrücken mit dem Namen „Scheibenkopf“ (in der Karte heißt er womöglich anders). Der Berg ist so unbekannt, dass sogar kaum ein Einheimischer den Namen nennen kann.  Kaum wer geht hier hinauf. In einer halben Stunde ist diese Erhebung zwischen der Draugsteinalm (Großarltal) sowie dem Tappenkar und den Dürnkaralmen (beide Kleinarltal) erreicht. Während der „Scheibenkopf“ aus dem Großarltal sehr sanft ansteigt,  gibt es schroffe Steilabbrüche mit mehreren hundert Meter hohen Felswänden in Richtung Kleinarltal. Also Respekt ist notwendig – wenn man mit Kindern unterwegs ist noch einmal mehr. Einmal sanft und ein paar Meter weiter schon wieder wild, so ist es bei uns in den Bergen nun einmal.

Ein typisches Merkmal der Draugsteinalmen sind die riesigen Latschenfelder. Und sogar jetzt sind vereinzelt noch frische Almrosen zu finden, dann der Peterbart, der blaue Eisenhut (Vorsicht: hochgiftig!), die sehr beliebte Arnika (Heilpflanze) und mehrere Wiesen auf denen das Wollgras in voller Blüte steht. Die Blüte schaut ganz nach Wolle aus. Meine Tochter Anna war hievon besonders angetan und ihre kindliche Fantasie brachte einige durchaus verfolgenswerten Ideen über mögliche Verwendungszwecke des Wollgrases hervor. Etwa, dass man das Wollgras den Schafen (die auch am Draugstein ihren Sommer verbringen) aufkleben könnte. Oder dass ihre älteren Schwestern es zum Abschminken nehmen könnten (Wattepads sparen). Wenn schon die Zeit der guten Ideen ist hatte ich auch was einzubringen, nämlich dass ich jetzt doch lieber zur Alm zurückgehen würde um ein Bier zu trinken.

Der Hans war inzwischen fertig mit der Heuarbeit und hatte zufällig die gleiche Idee wie ich. Und an diesem Tag verlangte nicht die Sehnsucht nach Urlaub sondern jene nach nettem Tagesausklang auf der Alm nach Meer.

Wollgras für die Schafe
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