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Josef Gruber

Wie wird der nächste Winter?

22. November 2010 | 2 Kommentare » | geschrieben von

Diese Frage beschäftigt uns so kurz vor der Wintersaison wieder besonders brennend. Unsere Wintersaison 2010/11 soll nach unseren Planungen (Großarler Bergbahnen)  ja bereits an diesem Wochenende pünktlich mit dem „Salzburger Bergadvent im Großarltal“ mit einem Wochenendbetrieb beginnen. Ob das zu verwirklichen ist können wir aber erst in den nächsten paar Tagen entscheiden, der geneigte Blogleser erfährt das dann als Erster hier in diesem Forum.

Bergbauer Rupert mit seiner Maridl - mein Winterwetterinformant Nr. 1

Bereits im vergangenen Herbst haben wir uns haargenau gleich mit dem Thema in der Überschrift auseinandergesetzt (zu diesem Artikel hier klicken). Mein „naturwissenschaftlicher Beirat“ ist damals mit der auf reine Naturbeobachtung aufgebauten Prognose fast perfekt gelegen, nur der prognostizierte Frühjahrsschnee ist im vorhergesagten Ausmaße ausgeblieben. Natürlich habe ich Bergbauer Rupert, mein Informant Nr. 1 in dieser Sache, mit diesem Umstand auch konfrontiert. Die etwas überraschende Antwort: „dann kommt er halt im nächsten Frühjahr“. Wenn das so einfach ist bin ich ja beruhigt. Vor allem deswegen weil wir die längste Wintersaison in unserer Seilbahngeschichte mit Saisonende 1. Mai 2011 vor uns haben und wir da massiven Spätwinterschnee eh viel notwendiger brauchen als im abgelaufenen Jahr.

Meinen „naturwissenschaftlichen Beirat“ habe ich erweitert und setzt sich aus Bergbauer Rupert sowie meinem Nachbarbauern Hans, beide kennen wir aus dem letzten diesbezüglichen Beitrag, heuer auch noch mit Bergbauer Schorsch zusammen. Bergbauer Rupert zeichnet den Wetterverlauf schon seit über 50 Jahren auf, aus ihm spricht die Erfahrung. Er orientiert sich ganz stark am Jahresverlauf im Hinblick auf Temperaturen, Niederschlägen aber auch an den Lostagen und den Bauernkalendern. Er weiß noch aus dem Effeff, dass es in den Wintern 1964/65, 1966/67 und 1974/75 Schneefälle im Ausmaß von annähernd 10 Metern gab (das ist die Summe aus den Neuschneemengen).

Was sagen nun meine Naturbeobachter, wie wird der Winter 2010/2011? Vielleicht gleich vorweg und zur allgemeinen Beruhigung: er wird Gott sei Dank hart und ergiebig, hier die Details.

Übereinstimmung herrscht in der Frage, dass es jetzt bald zuschneien wird. Wenn nicht Ende November, dann allerspätestens um den 10. Dezember 2010. Der Reif (Rauhreif), einer der zuverlässigsten Schneeanzeiger spricht hier für sich. Auch der Lostag „Elisabeth“ (19. November) sagt die Wettertendenz für den Winter voraus. Am Elisabethtag hat es am Vormittag bei uns im Großarltal kräftig geschneit. Dasselbe gilt für den Lostag „Klemens“ der noch vor uns liegt (23. November) – auch da sind winterliche Verhältnisse zu erwarten. Hier zittern wir aber noch etwas, hoffentlich hält sich Klemens an die Vorhersage, sonst müssten wir im gesamttouristischen Interesse glatt Elisabeth’s Prophezeiung den Vorzug geben.

Königskerze (links) - ein wichtiger Schneeindikator - so hoch wie selten zuvor

Nachbarbauer Hans sieht den Winterverlauf ähnlich. Besonders interessant war heuer die Pflanze mit dem Namen „Königskerze“ – vulgo „Himmibrandstingl“ – ein uralter Winterindikator. So hoch wie heuer, und das deutet auch auf Schneemassen hin, war sie schon lange nicht mehr. Ich habe erst in der letzten Woche, allerdings im Skigebiet Alpendorf, eine mit über 2 Meter Höhe gefunden. Aber wenn’s im Alpendorf viel schneit dann kommen wir im nur ein paar Kilometer entfernten Großarltal auch sicherlich nicht zu kurz.

Extrem auffällig ist heuer das Wachstum der jungen Rehkitze. Diese werden im Mai gesetzt und haben sich heuer so prächtig entwickelt, dass sie von den erwachsenen Rehen kaum mehr zu unterscheiden sind. Auch das deutet auf einen harten Winter, was sowohl kalt als auch schneereich bedeuten kann, hin. Wir finden allein schon am Attribut „kalt“ unsere Freude, weil das unsere technische Beschneiung mit unseren jetzt 228 Schneeerzeugern massiv begünstigt. Wenn schneereich auch noch dazukommt (wobei es grundsätzlich nur in der Nacht schneien und am Tag unentwegt die Sonne scheinen soll) löst das bei uns Wintertouristikern natürlich ungeahnte Glückshormonschübe aus. Vielleicht sollte man diesbezüglich aufklärend doch einmal erwähnen, dass Tourismus nicht nur ein reiner Akt der Nächstenliebe ist, sondern auch durchaus handfeste wirtschaftliche Überlegungen eine gewisse, natürlich total untergeordnete, Rolle spielen können.

Sogar das Verhalten der Mäuse wird in unsere Winterüberlegungen einbezogen. Wenn sie schon früh Unterschlupf suchen muss man mit einem baldigen Wintereinbruch rechnen. Auch diese frühe Herbergsuche der lästigen Nager trifft heuer zu.

Hermelin (Mauswiesel) im Winterkleid

Damit die Berichterstattung journalistisch ausgewogen bleibt sollte man vielleicht noch am Rande erwähnen, dass erst kürzlich ein Hermelin gesehen wurde (Tipp von unserem Vizebürgermeister Hans) das noch nicht restlos die weiße Winterfärbung (im Sommer sind sie braun mit weißer Bauchseite) angenommen hat. Das spricht etwas gegen einen baldigen Winterbeginn. Dasselbe gilt für die heuer wenig aggressiven Wespen (hohes Aggressionspotential = tiefer Winter), aber wir hatten auch wenig, dem in Summe unterkühlten Sommer sei Dank. Wir sollten uns vielleicht dahingehend trösten, dass wir uns von ein paar erst scheckigen Hermelinen und einigen unsympathischen Wespen keinesfalls verunsichern lassen sollten. Sicher hat sich hier die Natur oder die Überlieferung geirrt, somit abgehakt.

Also zusammenfassend schaut die auf reine Naturbeobachtung und Lostagen aufgebaute Prognose überwiegend gut aus. Bergbauer Rupert, den ich aufgrund der Unerschrockenheit in der ziemlich weit in die Zukunft reichenden Prognose sehr schätze, hat den Winterverlauf wie folgt skizziert, und das deckt sich auch gut mit den Aussagen meiner weiteren „naturwissenschaftlichen Begleiter“:

  • Wintereinbruch, wenn nicht schon Ende November, dann spätestens um den 10. Dezember (+/- 1,5 Tage).
  • Intensiver Winter bis März, wobei warme Phasen im Februar und März möglich sind (deckt sich zufälligerweise gut mit unserem „Sonnenskilauf-Angebot“ )
  • Im April neuerlich ergiebige Schneefälle, sodass die Wintersaison bis zum Ende 1. Mai 2011 gesichert ist. 

Wenn das keine guten Nachrichten sind, stimmt doch ziemlich exakt mit unseren Wünschen überein. Wer glaubt ich hätte meine Berater hier bestochen, nur weil ich berufsbedingt lieber diese guten Botschaften höre und meinen Kollegen an der Seilbahn sowie unseren Partnern in Gastronomie, Hotellerie, Skihütten, Skischulen usw. keine Schlechten zumuten will der irrt. Meine Berater sind unbestechlich, ich hab maximal die im Zuge der stundenlangen Recherchen konsumierten und höchstens leicht alkoholangereicherten Getränke bezahlt, mehr echt nicht.

Spass beiseite. Die Zeichen stehen günstig, der Winter soll bald kommen!

Kommentare

  1. und wenn alle naturindikatoren nix helfen sollten, dann hält auch noch ein orf-wetterfrosch die daumen – schließlich will auch ich im märz noch zu euch schifahren kommen können!! lg, geri.

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  1. Was Gott durch Berge getrennt hat « Großarltal Blog – www.grossarltal.info/blog

    [...] viel Hoffnung in uns geweckt. Und es schaut ganz nach Treffsicherheit aus (zu dieser Geschichte geht’s hier). [...]