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15. Blasius-Schlenkerfahrt

Wie an jedem letzten Samstag im Jänner war es gestern wieder so weit: Die Schlenkerfahrt durch´s Großarltal stand am Programm, mittlerweile ein Fixtermin im Jahreskalender. Was es mit dem „Schlengan“ rund um den „Blasentoag“ auf sich hat, darf ich hier kurz erklären bzw. ist auch im Buch von Burgl Knapp „Mundart aus´n Großarltal, damit dass nit vagessn wiascht“ nachzulesen.

Schlenkerfahrt 1

Zu „Maria Lichtmess“ (2. Februar) erhielten die Dienstboten früher von den Bauern für das zurückliegende Jahr ihren Lohn. Viele blieben auch weiterhin beim selben „Kostbauern“, wer aber den Dienstplatz wechselte und noch keinen neuen Dienstplatz hatte, der steckte sich beim Kirchgang einen Löffel an den Hut. So wussten jene Bauern, die noch Dienstboten suchten, wer noch frei, also auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz ist. Heute würde man das wohl neudeutsch als „Jobbörse“ bezeichnen. Wer den Dienstplatz wechselte, hat dies dann am „Bloasntoag“ – also dem 3. Februar (Tag des hl. Blasius) getan und ist mit Sack und Pack zum neuen Dienstgeber gezogen. Deshalb auch „Schlengatoag“. Die Habseligkeiten hatten zumeist in einer einzelnen Kiste Platz und wurden oft per Pferdefurhwerk transportiert.

Schlenkerfahrt 3

Kaum vorzustellen, wenn man sieht, was heute bei einem Umzug alles ansteht. Da wird ein Klein-LKW angemietet oder gar gleich ein Übersiedelungsservice beauftragt. Übrigens erinnert mich dieser Brauch auch daran, wie es einigen Arbeitskollegen von mir (allesamt Tourismusdirektoren in verschiedenen Regionen ringsum) derzeit wohl gehen mag: Peter Donnabauer übersiedelt von Schladming nach Saalfelden-Leogang, Christian Kresse hingegen räumt dort das Feld und zieht nach Kärnten, um dort Chef der „Kärnten-Werbung“ zu werden und Mario Baier (früher bei Salzburg Land Tourismus) „schlengat“ vom Piemont ins Burgenland als neuer Direktor der „Burgenland-Werbung“. Aber genug dazu, sonst kommt hier gar noch fälschlicher Weise die Meinung auf, die Tourismusdirektoren wären die „Dienstboten“ der „neuen Bauern“ – also der Hoteliers und Bergbahner …  

Schlenkerfahrt 5

Lieber  nochmals zurück zum eigentlichen Thema dieses Beitrages: In Erinnerung an den alten Brauch des Schlenkerns gibt es nun schon seit 15 Jahren die Blasius-Schlenkerfahrt im Großarltal. Insgesamt waren heuer 39 Pferdefuhrwerke dabei. Alles Ein- oder Zweispänner, gezogen von stolzen Noriker-, Friesen-, Haflinger- und Islandpferden sowie einigen Ponys. Unter den Ehrengästen waren unter anderem Landesrat Sepp Eisl und Landesbäuerin Elisabeth Hölzl aus Eben, die gemeinsam mit den Bürgermeistern Sepp Gollegger (Großarl) und Hans Toferer (Hüttschlag) eine kleine Jubiläumsfahne an alle Pferdefuhrleute übergab. Durch das Programm führte Walter Mooslechner, der gemeinsam mit den Roßbauern aus Großarl und Hüttschlag die Veranstaltung organisiert hatte.

Weitere Bilder der einzelnen Gespannen gibt es auf der Bildergalerie des TVB Großarltal.

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